Gazastreifen: Israel und Hamas werfen gegenseitig Bruch jener Waffenruhe vor

Die vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas ist gebrochen worden. Israel meldete Angriffe auf seine Truppen im Süden des Gazastreifens. Die israelische
Luftwaffe bombardierte daraufhin nach Angaben des TV-Senders N12 etwa 20 Ziele im Gazastreifen. In Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des
Küstenstreifens seien bei einem Luftangriff vier Palästinenser getötet
und fünf weitere verletzt worden, hieß es aus medizinischen Kreisen.

Ein ranghoher israelischer
Militär hatte der islamistischen Terrororganisation Hamas zuvor einen
schweren Verstoß gegen die Waffenruhe im Gazakrieg vorgeworfen. Die
Armee teilte mit, Soldaten seien im Süden des Gazastreifens unter
anderem mit einer Panzerfaust beschossen worden.

Der militärische Hamas-Arm wies jedoch jegliche
Verantwortung für die gemeldeten Angriffe zurück. „Wir bekräftigen
unsere vollständige Verpflichtung, alles umzusetzen, was vereinbart
wurde“, hieß es in einer Mitteilung der Kassam-Brigaden. Dies gelte vor
allem für die Waffenruhe in allen Gebieten des Gazastreifens. Von einem Angriff auf israelische Soldaten wisse man nichts und trage dafür nicht die Verantwortung. Das Politbüro der Hamas sprach von der „zionistischen Besatzung, die weiterhin gegen das Abkommen verstößt“.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte der Hamas nach den mutmaßlichen Angriffen auf israelische
Soldaten einen „Bruch der Waffenruhe“ vorgeworfen und die Armee angewiesen, „mit aller Härte“ gegen „terroristische Ziele im Gazastreifen
vorzugehen“. Die Armee flog Luftangriffe auf Rafah im südlichen
Gazastreifen. Die Hamas warf wiederum Israel Verstöße gegen die Feuerpause vor.

Minister fordern Wiederaufnahme der Kämpfe

„Heute Morgen haben Terroristen Panzerabwehrraketen abgefeuert und das Feuer auf IDF-Soldaten eröffnet“, woraufhin die israelische
Armee in Rafah mit Luftangriffen durch Kampfjets und mit
Artilleriebeschuss reagiert habe, erklärte die Armee. Die
Armee bezeichnete die Angriffe auf ihre Streitkräfte als „eklatante
Verletzung der Waffenruhe“, die seit dem 10. Oktober im Gazastreifen in
Kraft ist.

Die Hamas werde nach den Worten des
israelischen Verteidigungsministers Israel Katz „einen hohen Preis
zahlen“ für „jeden Schuss“ auf israelische Soldaten und „jeden Bruch der
Waffenruhe“. „Die Hamas wird heute auf die harte Tour lernen, dass die
israelische Armee entschlossen ist, ihre Soldaten zu schützen und jeden
Angriff auf ihre Unversehrtheit zu verhindern“, erklärte Katz. 

Der rechtsextreme israelische
Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb auf X: „Krieg!“ Der
Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir forderte die Armee auf, die Kämpfe
im Gazastreifen wieder voll aufzunehmen. „Die Illusion, dass die Hamas
Reue zeigen oder sich sogar an das von ihr unterzeichnete Abkommen
halten wird, erweist sich – wie erwartet – als gefährlich für unsere
Sicherheit.“

Gemäß dem von US-Präsident Donald Trump vermittelten 20-Punkte-Plan gilt im Gazastreifen seit dem 10. Oktober eine Waffenruhe. Laut dem
Hamas-Gesundheitsministerium sind seit Beginn der Waffenruhe im
Gazastreifen 35 Palästinenser durch israelische Schüsse getötet worden.

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