G7-Gipfel: Außenminister Wadephul fordert enges Zusammenstehen von G7
Außenminister Johann Wadephul bemüht sich nach
der US-Kritik an Deutschland und Europa wegen des Irankriegs um eine
Entspannung der Beziehungen. „Die Stimmung ist eine
Arbeitsatmosphäre. Sie ist ernst, weil die Lage ernst ist“, sagte der
CDU-Politiker nach ersten Beratungen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio
im Kreis der Außenminister der G7-Partner.
Wadephul warnte, über den Krieg gegen den Iran nicht
den Ukrainekonflikt zu vergessen. Bei der Unterstützung der Ukraine dürften keine Abstriche
gemacht werden, sagte Wadephul weiter. „Das würde Putin nur in die Hände
spielen.“
Kriege miteinander verflochten
Beide Kriege seien eng
miteinander verflochten und „natürlich
auch ganz automatisch eine Belastungssituation für unsere Wirtschaft,
für unsere Gesellschaften, natürlich auch für unseren Zusammenhalt“. Da man sehe, dass Iran und Russland auf das
Engste zusammenarbeiteten, müsse man „noch enger zusammenstehen“.
In einem ersten bilateralen Gespräch mit Rubio
am Rande der G7-Beratungen habe er verdeutlichen können, dass es „durchaus eine Bereitschaft Deutschlands gibt, nach Ende der
Kampfhandlungen auch eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die
Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus
sicherzustellen“, sagte Wadephul. Den Austausch über dieses Thema wolle man vertiefen.
Rubio nur an Tag 2 anwesend
Die Runde hatte zuvor im Beisein von Rubio über
die weitere Unterstützung der Ukraine gesprochen. Rubio war in der Nacht
zum zweiten und letzten Tag des G7-Treffens angereist. Zur G7-Gruppe
gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien,
Italien, Japan, Kanada und die USA. Über den Irankrieg wollte die Runde
am Nachmittag
sprechen.
US-Präsident Donald Trump hat zuvor Deutschland und
europäischen Nato-Mitgliedern vorgeworfen, trotz entsprechender Bitten
der USA in der für die globale Ölversorgung wichtigen Straße von Hormus
untätig geblieben zu sein. Am Vortag hatte Trump die
Spitze Deutschlands („the head of Germany„) kritisiert. Die deutsche Position, dass der Krieg im Iran „nicht unser Krieg“ sei, finde er unangemessen, der Krieg in der Ukraine sei auch nicht der Krieg der USA und das Land habe dennoch geholfen.