Fußball-WM 2026: Bundesregierung lehnt Boykott dieser WM in den USA ab
Die Bundesregierung hat sich gegen einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2026 ausgesprochen, die unter anderem in den USA ausgerichtet wird. „Das unterstützen wir nicht“, sagte Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDJ) der Süddeutschen Zeitung. „Der Sport darf dafür nicht instrumentalisiert werden.“ Weiterhin verwies sie darauf, dass von einem Boykott nicht nur die USA, sondern auch die beiden anderen Gastgeberländer Mexiko und Kanada betroffen wären.
Mehrere Politiker hatten sich im Zuge der US-Annexionsforderungen in Bezug auf Grönland sowie Zolldrohungen der USA gegenüber Deutschland und weiteren europäischen Ländern für einen Boykott der WM ausgesprochen. Die Bundesregierung hatte dazu zunächst nicht Stellung bezogen. So sagte Sportstaatsministerin Schenderlein noch Ende Januar, solche Entscheidungen lägen „ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden, nicht bei der Politik.“
Auch Regierungssprecher Stephen Meyer verwies darauf, dass die Entscheidung über einen Boykott von Sportgroßveranstaltungen grundsätzlich bei den zuständigen Verbänden liege. Die Bundesregierung respektiere das. Angesichts der öffentlichen Diskussion habe sie sich aber doch positioniert, sagte Meyer. „Politische Auseinandersetzungen sollte man auf politischer Ebene austragen und den Sport entsprechend Sport sein lassen.“
DFB lehnt Boykott ebenfalls ab
Auch aus dem deutschen Fußball hatte es Forderungen nach einem Boykott gegeben. Eine Diskussion darüber hatte etwa Oke Göttlich, Präsident des Bundesligisten FC St. Pauli, gefordert. „Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen“, sagte Göttlich Ende Januar der Hamburger Morgenpost. „Das Leben eines Profifußballers ist nicht größer als das Leben von sehr vielen Menschen in verschiedenen Regionen, die derzeit von dem WM-Gastgeber direkt oder indirekt angegriffen oder bedroht werde.“ Das „Bedrohungspotenzial“ sei derzeit höher als etwa beim Boykott der Olympischen Spiele in Moskau 1980.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) lehnte Göttlichs Initiative jedoch ab. Ein Boykott sei „derzeit kein Thema“, hatte der Verband am vergangenen Freitag mitgeteilt. „Wir glauben an die verbindende Kraft des Sports und an die weltweite Wirkung, die eine Fußball-Weltmeisterschaft entfalten kann. Unser Ziel ist es, diese positive Kraft zu stärken – nicht sie zu verhindern.“