Frühere Entscheidung kassiert: AfD-Spitze will Jungpolitiker Dorow nicht gradlinig vom Platz stellen

Frühere Entscheidung kassiertAfD-Spitze will Jungpolitiker Dorow nicht direkt ausschließen

02.03.2026, 14:19 Uhr

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Dorow sieht keine Probleme bei seinen Äußerungen. (Foto: picture alliance/dpa)

Nachdem der frisch gewählte Vorstand der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland in den Fokus der Staatsanwaltschaft gerät, ist sich der Parteivorstand schnell einig: Kevin Dorow muss ausgeschlossen werden. Nach interner Kritik zögert die Führung nun wieder – zunächst.

Im Fall des AfD-Jungpolitikers Kevin Dorow, der eigentlich aus der Partei ausgeschlossen werden sollte, wartet die AfD-Spitze nach dpa-Informationen zunächst noch ab. In einer Telefonschalte des Bundesvorstands wurde demnach besprochen, den Chef der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm, zum Thema anzuhören, bevor weitere Schritte unternommen werden.

In der Sitzung des Bundesvorstands vor einer Woche war ein Parteiausschlussverfahren gegen Dorow vereinbart worden. Anschließend hatte es aus dem sogenannten Vorfeld und auch parteiintern Kritik gegeben: „Ich habe zugestimmt – und es tut mir leid“, schrieb Vorstandsmitglied Kay Gottschalk bei X. Er kündigte an, bei der nächsten Vorstandssitzung das Thema erneut zur Diskussion stellen zu wollen.

Dorow war im November in den Vorstand der neu gegründeten AfD-Parteijugend Generation Deutschland gewählt worden. Seine Rede bei der Gründungsveranstaltung in Gießen rief die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Sie leitete die Prüfung einer möglichen Strafbarkeit gemäß Paragraf 86a Strafgesetzbuch ein. In dem Paragrafen geht es um das „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“.

Dorow hatte sich in der Rede auf den Thüringer AfD-Landeschef Höcke bezogen und gesagt: „Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein.“ Die neue Jugendorganisation werde „die Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland sein“, sagte Dorow. „Jugend wird durch Jugend geführt“ war ein Prinzip der sogenannten Bündischen Jugend in der Weimarer Zeit und später auch der Hitlerjugend.

Dorow sagte dazu später, der Ausspruch „Jugend muss durch Jugend geführt werden“, stamme aus der Wandervogelbewegung, also aus einer Zeit vor dem Nationalsozialismus und damit lange bevor die Hitlerjugend überhaupt existierte. Er sehe keinerlei Anlass, sich von dieser inhaltlich in keiner Weise verwerflichen Aussage zu distanzieren.

Quelle: ntv.de, als/dpa

Source: n-tv.de