Friedensnobelpreis 2025: Friedensnobelpreis pro María Corina Machado aus Venezuela

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die Politikerin María Corina Machado aus Venezuela. Sie wird damit „für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie“ ausgezeichnet, wie das norwegische Nobelkomitee in Oslo verkündete. 

Die venezolanische Oppositionsführerin Machado gilt als entschiedene Widersacherin des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro. Wegen ihres politischen Engagements war sie in ihrem Heimatland immer wieder Repression und Einschüchterungsversuchen durch die sozialistische Regierung ausgesetzt.

2024 wurde sie bei der venezolanischen Präsidentschaftswahl als Kandidatin der oppositionellen Plattform der demokratischen Einheit als Kandidatin nominiert, dann aber vom regierungsnahen Nationalen Wahlrat ausgeschlossen. An ihrer Stelle bewarb sich der Diplomat Edmundo González Urrutia, der nach Auffassung internationaler Beobachter entgegen der offiziellen Wahlbekanntgabe die meisten Stimmen gewann. Der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro regiert Venezuela seit 2013 und hält weiter an der Macht fest.

Machado reagierte mit ungläubigem Staunen auf die Nachricht ihrer Auszeichnung. Ihr politischer Verbündeter Edmundo González Urrutia
veröffentlichte ein kurzes Video, in dem er mit Machado telefoniert. „Ich bin geschockt“, sagte sie darin und: „Ich kann es nicht glauben.“ Im Dezember wurden Machado und González mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments geehrt. Ebenfalls im vergangenen Jahr erhielt Machado den Václav-Havel-Menschenrechtspreis.

Bislang 105 Friedensnobelpreise verliehen

Der Friedensnobelpreis gilt als der weltweit renommierteste politische Preis. Er ist mit umgerechnet rund einer Million Euro dotiert. Insgesamt 338 Nominierungen gingen in diesem Jahr laut dem Nobelkomitee ein, 52 mehr als im Vorjahr. Nominiert waren 244 Einzelpersonen und 94 Organisationen. Wer zu den Nominierten gehört, bleibt auch nach der Preisverleihung weiter geheim – für insgesamt 50 Jahre.

Chancen wurden zuvor auch der Journalistenorganisation CPJ, den Nothilfekomitees im Sudan (ERR) sowie internationalen Gerichten ausgerechnet.

US-Präsident Donald Trump hatte sich selbst wiederholt für die Auszeichnung ins Spiel gebracht und dabei auch gesagt, ihm den Preis nicht zu verleihen, wäre eine „Beleidigung“. Trump sieht sich als Friedensstifter und behauptet, seit seinem erneuten Amtsantritt sieben kaum lösbare Konflikte beendet zu haben. Diese Sicht gilt als sehr umstritten. Zudem hatte das Nobelpreiskomitee seine Entscheidung bereits vor dem Durchbruch in den Nahost-Friedensverhandlungen getroffen.

2024 war die japanische Friedensorganisation Nihon Hidankyō ausgezeichnet worden. Die Organisation von Überlebenden der Atomwaffenabwürfe auf die Städte Hiroshima und Nagasaki wurde für ihre Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt geehrt.

Seit 1901 wurden 105 Friedensnobelpreise an 142 Preisträger verliehen, darunter 111 Personen und 31 Organisationen. Zu den bekanntesten Preisträgern zählen Martin Luther King Jr., Mutter Teresa, Michail Gorbatschow, der Dalai Lama oder Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk. In vielen Fällen wurden jedoch auch weniger prominente Personen für ihr Engagement geehrt, wie 2014 die pakistanische Frauen- und Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai oder zuletzt 2023 die im Iran inhaftierte Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi. Unter den ausgezeichneten Organisationen sind unter anderem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sowie diverse Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Reaktionen aus der Politik

Erste Reaktionen auf die Auszeichnung Machados aus der deutschen Politik kommen unter anderem von Regierungssprecher Steffen Meyer. In Berlin gratulierte er im Namen der Bundesregierung. Die Ehrung würdige Machados „mutigen und langjährigen Einsatz für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte in Venezuela sowie ihren Beitrag zur Stärkung der venezolanischen Zivilgesellschaft“.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) richtete seine Glückwünsche auf X an Machado. Er hob besonders ihren Kampf für die Rechtsstaatlichkeit in Venezuela hervor und gratulierte ihr „herzlich“.

Auch Außenminister Johann Wadephul gratulierte Machado auf X. Er bewundere ihre Stärke und Standhaftigkeit, mit der sie „die Hoffnung auf Demokratie in Venezuela am Leben“ halte. Er bezeichnete sie außerdem als „Stimme für Freiheit weltweit“.

Vonseiten der EU gratulierte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Auf X richtete von der Leyen zunächst auf Spanisch ihre Glückwünsche an Machado, um dann auf Englisch fortzusetzen: „Diese Auszeichnung ehrt nicht nur Ihren Mut und Ihre Überzeugungen, sondern jede Stimme, die sich weigert zu verstummen, in Venezuela und der ganzen Welt.“ Der „Durst nach Demokratie“ würde immer bestehen, so von der Leyen. Der Kampf gehe weiter.