Folgen des Iran-Kriegs: Koalition will gegen steigende Lebensmittelpreise vorgehen

Kundin in einem Supermarkt.

Stand: 21.03.2026 • 11:08 Uhr

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Kosten nicht nur für Sprit, sondern auch für Energie, Dünger und Transport steigen. Damit drohen auch höhere Preise für Lebensmittel. Die Taskforce der Bundesregierung will über Gegenmaßnahmen beraten.

Die steigenden Lebensmittelpreise infolge des Iran-Kriegs werden zum Thema für die Bundesregierung. Die Taskforce, die Union und SPD wegen der hohen Spritpreise eingerichtet hatten, will sich nun die Kosten für Lebensmittel vornehmen.

In der kommenden Woche wolle die Arbeitsgruppe über „inflationsbremsende Maßnahmen“ beraten, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Esra Limbacher der Rheinischen Post. Tag für Tag werde es offensichtlicher, dass der Krieg im Iran kein schnelles Ende finden werde, so Limbacher. „Über höhere Preise für Dünger und Transport drohen in der nächsten Stufe auch steigende Lebensmittelpreise.“

Der SPD-Politiker brachte ein Sofortprogramm für heimische Düngerproduzenten sowie Steuererleichterungen im Nahrungsmittelbereich ins Spiel. „Inflation ist Gift für die Menschen mit normalen Einkommen und für unsere Wirtschaft. Wir müssen uns schützend vor unsere Bevölkerung stellen“, sagte Limbacher. Steuere die Politik nicht gegen, werde das Leben für viele Menschen spürbar teurer.

Energieintensive Produkte besonders betroffen

Auch Experten gehen davon aus, dass der Krieg im Nahen Osten die Lebensmittelpreise hochtreibt. Handelsexperte Carsten Kortum rechnet vor allem bei energieintensiven Produkten wie Backwaren, Milchprodukten sowie verarbeiteten Lebensmitteln wie Tiefkühlkost oder Getränken mit steigenden Preisen.

Nach Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) sind viele Produktionsprozesse wie Trocknen oder Backen auf Erdgas angewiesen. Steigende Ölpreise verteuerten außerdem Diesel- und Kraftstoffe und so insbesondere die Logistik, warnte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

„Der Preisdruck zieht sich durch weite Teile des Lebensmittelkorbs“

Durch höhere Logistik- und Beschaffungskosten könnten dementsprechend auch Produkte mit langen Lieferwegen wie Fisch oder Obst teurer werden, sagte der Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. „Zunächst sind einzelne Spezialitäten sowie Obst und Gemüse betroffen. Mittelfristig zieht der Preisdruck jedoch durch weite Teile des Lebensmittelkorbs.“

Laut Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ist die Lage bei Getreide, Mais, Soja und Reis besonders kritisch – wegen hoher Düngemittelpreise. Hier seien Preissteigerungen wahrscheinlich. Da Soja und Mais auch als Futtermittel verwendet werden, könne auch Fleisch teurer werden, so die Ökonomin.

Source: tagesschau.de