Flüssiggas: Wirtschaftsweise warnt vor Energie-Abhängigkeit von den USA
Die Wirtschaftsweise
Monika Schnitzer warnt vor einer zu großen Abhängigkeit
Deutschlands von Flüssigerdgas aus den USA. „Ich würde nicht
ausschließen, dass Donald Trump uns irgendwann
androht, den Gashahn zuzudrehen, wenn er Zugeständnisse von uns
will“, sagte sie der Funke Mediengruppe. Schnitzer
plädierte daher für eine Gasreserve und die Diversifizierung der
Lieferanten.
Als Alternativen nannte die Ökonomin vor allem Katar, einige
afrikanische Produzenten sowie Norwegen. Neben dem skandinavischen Land gehören die Niederlande und Belgien zu den
wichtigsten Lieferländern Deutschlands.
Füllstand auf 35 Prozent gesunken
Die Bundesnetzagentur sieht die Gasversorgung in Deutschland
trotz zu Jahresbeginn deutlich geringerer Vorräte in den
Speichern aktuell als gesichert an. Die Behörde teilte im Jahresrückblick für 2025 mit, der aktuelle Füllstand sei vor dem Hintergrund veränderter
Importmöglichkeiten und neuer Absicherungsstrategien der Händler
„in einem angemessenen Rahmen“.
In den deutschen Gasspeichern ist nach dem kalten Jahresbeginn allerdings deutlich weniger Erdgas als in den Vorjahren. Der gesamte Füllstand lag Ende
Januar nur noch bei 35 Prozent.
Sollte es bis in den März oder April hinein sehr kalt bleiben, könnte das Gas knapp werden. In diesem Fall müsse die Bundesregierung womöglich „die Leute
auffordern, zurückhaltender zu heizen“, sagte Schnitzer.