Flasche mit Aufschrift „Polonium“ wohnhaft bei Ostereiersuche gefunden – Großeinsatz mit 41 Fahrzeugen

Was als harmlose Ostereiersuche begann, endete mit einem Großeinsatz: Zwei Männer stießen in einem Garten auf eine Flasche, in der sich offenbar Polonium befindet. Mit dem Gift war 2006 der Putin-Gegner Alexander Litwinenko getötet worden.

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Nachdem zwei Männer bei der Ostereiersuche im Garten ein Fläschchen mit der Aufschrift „Polonium 210“ gefunden haben, hat das Umweltministerium das Fläschchen in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart abgeholt. Dies teilte die Polizei mit. Das Ministerium sei nun für die Untersuchung des Inhalts zuständig. Es war zunächst unklar, welcher Stoff in dem Fläschchen ist. Das Ministerium war am Ostersonntag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Polonium 210 sei ein potenziell tödliches Strahlengift, hatte Kreisbrandmeister Andy Dorroch zuvor mitgeteilt. Die Feuerwehr schätzte nach eigenen Angaben das Fläschchen als echt ein. „Das Behältnis passt zum Stoff“, sagte Dorroch. „Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet.“ Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer, was wiederum dazu passe, dass Polonium 210 ein relativ schwerer Stoff sei. „So dass wir schon davon ausgehen, dass es sich um den Stoff tatsächlich handelt.“

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Allerdings seien alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die Männer seien unverletzt. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg übernahm die Ermittlungen zu dem Gegenstand. Die Stadt betonte in einer Stellungnahme am Abend, dass für die Anwohner keinerlei Gefahr bestehe.

Die Männer hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie der Kreisbrandmeister sagte. Weitere Angaben zu den Männern machte er nicht. Die beiden hätten nach dem Fund den Notruf gewählt.

Der Fund führte zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 138 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen vor Ort – darunter ein Strahlenschutzzug und Gefahrgutzug sowie einer Fachberaterin Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk arbeitet, wie der Kreisbrandmeister sagte.

Putin-Gegner Litwinenko war mit Polonium vergiftet worden

Der Bereich um den Fundort war den Angaben zufolge weiträumig abgesperrt worden. Nach dem Abtransport des Fläschchens wurde der Bereich wieder freigegeben. Bislang ist unklar, wohin das Umweltministerium das Fläschchen brachte und wann es dort untersucht werden sollte. Die Stadt teilte mit, dass das Gefäß durch das Umweltministerium geöffnet werde. Anschließend werde es gegebenenfalls dekontaminiert und entsorgt.

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Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.

dpa/säd

Source: welt.de