Finnland: Verdächtiger Frachter an finnische Kriminalpolizei Emesis

Der wegen eines beschädigten Datenkabels in der Ostsee gestoppte Frachter ist für weitere Ermittlungen an die finnische Kriminalpolizei übergeben worden. Das teilten der Zoll und die Verkehrsbehörde nach Abschluss ihrer Untersuchungen mit. 

Nach ersten Erkenntnissen soll die Fitburg ihren Anker kilometerweit über den Meeresboden gezogen haben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf schwere Sachbeschädigung, versuchte schwere Sachbeschädigung und schwere Störung des Telekommunikationsverkehrs. Ein Besatzungsmitglied wurde bereits festgenommen, gegen drei weitere wurden Ausreiseverbote verhängt. 

Zoll leitet kein Strafverfahren ein

In den Fokus der Behörden geriet der Frachter vergangene Woche Mittwoch, nachdem der Telekommunikationsanbieter Elisa einen Schaden an einem Datenkabel gemeldet hatte, das Helsinki mit Tallinn verbindet. Als das Schiff von den Behörden gestoppt wurde, hatte es die Ankerkette heruntergelassen. Der Fall erinnert an frühere Vorfälle, bei denen mutmaßlich Schiffe mit Verbindung zu Russland unterseeische Kabel mit ihrem Anker beschädigten.

Der Ausgang der Ermittlungen der Kriminalpolizei ist derzeit noch offen. Die Zollbehörde kündigte jedoch an, kein Strafverfahren gegen die Besatzung einzuleiten. Das Schiff hatte laut Behörde zwar Stahlprodukte an Bord, die unter EU-Sanktionen fallen. Der Frachter sei jedoch auf seinem Weg vom russischen St. Petersburg in die israelische Hafenstadt Haifa auf Ersuchen der Behörden in finnische Hoheitsgewässer gefahren. Daher könne der Besatzung in diesem Zusammenhang kein Vorsatz vorgeworfen werden, hieß es.