Finanzpaket von Union und SPD: Union und SPD verteidigen Finanzpaket mit veränderter Weltlage
- Der Bundestag stimmt in zweiter und dritter Lesung
über das Finanzpaket von Union und SPD
ab. Eine Mehrheit ist nicht garantiert. - Scheitert die Lockerung
der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, dann könnten
auch die Koalitionsverhandlungen platzen. - Stimmt der Bundestag
mit Zweidrittelmehrheit zu, müsste noch der Bundesrat am Freitag den Grundgesetzänderungen zustimmen. Auch dort ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. - Alles dazu lesen Sie auf unserer Themenseite. Unser Liveblog zu den Koalitionsverhandlungen können Sie hier nachlesen.
- Für dieses Blog verwenden wir neben eigenen Recherchen auch Agenturmaterial von dpa, KNA, Reuters, AFP, AP und epd.
Strobl mahnt Mittel für den Zivilschutz an
Strobl erinnerte zudem an die Finanzlage der Kommunen, die eine dauerhafte Finanzierung benötigten. „Brücken, Straßen und Krankenhäuser sind auch Teil unserer Landesverteidigung und auch deshalb stehen wir an der Seite unserer Kommunen.“
Schweitzer pocht auf Stärkung der Bundesländer
Noch befinde sich Deutschland nicht im Krieg. „Aber dass die Herausforderungen groß und größer geworden sind, sehen Sie daran, dass wir jeden Tag in Rheinland-Pfalz Rückmeldung bekommen über Drohnenflüge über militärischen Einrichtungen, über Industrieanlagen“, sagte Schweitzer. Auch den finanziellen Spielraum der Länder für Infrastruktur lobte er, diesen bräuchten sie dringend. Er appellierte an alle Parteien, zukünftig die Länder in der Bundespolitik mehr mitzudenken.
Gauland bekundet Enttäuschung über Merz
„„Die Merz-CDU ist seit dieser Woche die Fortsetzung der Merkel-CDU.““Alexander Gauland, AfD-Ehrenvorsitzender
FDP kritisiert undemokratisches Vorgehen
Auch Faber stellte die demokratische Legitimität des alten Bundestags infrage. So große Entscheidungen müssten mit dem neuen demokratischen Bundestag beschlossen werden. Faber scheidet wie alle anderen FDP-Abgeordneten aus dem Bundestag aus.
Brantner lobt Grünen-Beitrag und kritisiert Schwarz-Rot
Die Grünen hätten sichergestellt, dass das Sondierungspapier zusätzliche Investitionen vorsehe und das Ziel des Klimaschutzes im Blick behalte.
„„An Geld kann der Klimaschutz jetzt auf jeden Fall nicht mehr scheitern.““Grünenchefin Franziska Brantner
Brantner kündigte zudem Widerstand der Grünen an, sollte die künftige Regierungskoalition versuchen, die von ihrer Partei „hart erkämpften Leitplanken“ bei der Verwendung der Schulden zu umgehen: „Es wird nicht ein leises Murmeln sein, sondern ein lautstarker Alarm.“
Für viele Abgeordnete ist es die letzte Sitzung
Andere verlassen das Parlament nach der heutigen Sitzung komplett. Darunter sind alle FDP- und BSW-Abgeordneten, da beide Parteien bei der Wahl im Februar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert waren. Damit scheiden auch FDP-Chef Christian Lindner und sein voraussichtlicher Nachfolger Christian Dürr sowie BSW-Chefin Sahra Wagenknecht aus dem Parlament aus. Doch auch Abgeordnete von SPD, Grünen und anderen Parteien verlassen zum Teil das Parlament – manche wegen des Wahlergebnisses, andere aus eigener Entscheidung. Dazu zählen etwa die Grünenpolitiker Cem Özdemir und Renate Künast sowie der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert.
Dobrindt spricht von „europäischer Antwort aus Deutschland“ auf Bedrohungslage
Wie es im Bundestag weitergeht
Pistorius fordert „neues sicherheitspolitisches Bekenntnis“
Nur ein starkes Europa“ das „erwachsen werden“ müsse, könne sich dem entgegenstellen, sagte Pistorius. Das bedeute ein „neues sicherheitspolitisches Bekenntnis“, das über die von Kanzler Olaf Scholz nach Beginn des Ukrainekriegs ausgerufene „Zeitenwende“ weit hinausgehe.
„„Wir müssen für unsere eigene Sicherheit und unseres Kontinents sorgen.““Verteidigungsminister Boris Pistorius
Pistorius verwies auch auf den Politikwechsel der USA, die sich künftig weniger auf Europa und mehr auf den Pazifik konzentrieren wollten. Deutschland spiele daher eine „zentrale Rolle“ bei der künftigen Sicherheitsordnung in Europa. Das bedeute: „Mehr Truppen, mehr Ausrüstung, schnellere Einsatzbereitschaft. Der Finanzbedarf dafür wird massiv steigen.“
„„Unsere Sicherheit darf nicht durch haushaltspolitische Zwänge gefährdet werden. Bedrohungslage steht vor Kassenlage.““Verteidigungsminister Boris Pistorius
Chrupalla wirft Merz und Scholz fehlende Führung vor
Kann sich Deutschland so viele Schulden leisten?
Hier geht es zum Podcast:
Dürr warnt vor „hemmungsloser Schuldenmacherei“
Die Schuldenbremse sei kein „Hindernis für Fortschritt“, sondern eine „Versicherung für die kommenden Generationen“, argumentierte Dürr. Diese werde von Schwarz-Rot und Grünen „zur Makulatur erklärt, mit voller Absicht und mit erschreckender Leichtigkeit“. Die Absprachen mit den Grünen hätten das Paket „noch schlechter“ gemacht.
„„Herr Merz, Sie sorgen für die höchste Staatsquote in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.““FDP-Fraktionschef Christian Dürr
Haßelmann: „Wir lassen uns nicht kaufen“
Eine zentrale Frage der kommenden Jahre sei, wie demokratische Fraktionen miteinander umgehen. Sie warf der Union vor, in den vergangenen Jahren den Diskurs „zum eigenen Vorteil vergiftet“ zu haben.
Der Linken warf Haßelmann vor, deren Argumentation, es gehe bei den Plänen nur um „Aufrüstung“, sei falsch. Es gehe etwa auch um den Zivilschutz. Sie forderte die Linke auf, sich mit der Realität auseinanderzusetzen – und aufzuhören, Grüne zu diffamieren. „Wir lassen uns nicht kaufen“, sagte sie zu Vorwürfen der Linken an ihre Partei.
Aufgeheizte Stimmung im Bundestag
Merz begründet Schuldenpaket mit Putins „Angriffskrieg gegen Europa“
„„Die Umstände werden vor allem von Putins Angriffskrieg gegen Europa bestimmt.““Unionsfraktionschef Friedrich Merz
Auch die geplanten Schulden für die Infrastruktur bezeichnete Merz als angemessen. Es handle sich um einen „Wechsel auf die Zukunft der nachfolgenden Generationen“. Es stimme zwar, dass Geld allein keine Probleme löse; die geplanten Investitionen würden keine Reformen ersetzen. Er gebe das Ziel, die Haushalte zu konsolidieren, nicht auf und kündigte eine „umfassende Modernisierung unseres Gemeinwesens“ an.
Merz adressierte zudem Initiativen in Deutschland und auf EU-Ebene für einen Abbau von Bürokratie, etwa durch die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Angesichts dessen, dass sie zu einem „handlungsfähigen Staat“ führten, lasse sich das Schuldenpaket „mit gutem Gewissen beschließen“.