Finanzielle Abhängigkeit: Falsche Sicherheit durch den Mann

Viele Paare teilen sich die Herausforderungen des Alltags thematisch auf. Das sieht dann häufig so aus, dass er arbeiten geht und sie sich zu Hause um Haushalt und Kinder kümmert. Wie folgenschwer diese Entscheidung ist, zeigt sich allerdings meist erst viele Jahre später, wenn die Gewitterwolken da sind und eine Trennung im Raum steht. Erst dann stellen viele Frauen mit Schrecken fest, dass sie nach der langen Familienpause im Beruf den Anschluss verloren haben – mit verheerenden Folgen für Vermögensaufbau und Rente.
Nach der Trennung wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen, wird damit äußerst schwierig. Verheirateten Frauen bleibt nach der Scheidung immerhin die Absicherung, die der Staat in Form von Zugewinn- und Versorgungsausgleich für sie vorsieht. Doch an der gravierenden Lücke im Lebenslauf ändert auch die Ehe nichts. Und so folgt meist die bittere Erkenntnis, dass man zu jung für die Rente, aber zu alt für einen Neuanfang ist.
Damit es nicht zu einem Schrecken ohne Ende kommt, sollten Paare über ihre gemeinsamen Finanzen genauso selbstverständlich sprechen wie über den Einkaufszettel für das Wochenende. Und wer gemeinsame Aufgaben aufteilt, sollte auch die gemeinsamen Einnahmen fair verteilen.
Source: faz.net