Filmstar: Französische Schauspielerin Brigitte Bardot ist tot
Die französische Filmikone Brigitte Bardot ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das berichteten mehrere Nachrichtenagenturen und französische Medien unter Berufung auf ihre Stiftung. „Die Stiftung Brigitte Bardot gibt mit unsäglicher Trauer den Tod ihrer
Gründerin und Präsidentin, Madame Brigitte Bardot, bekannt“, zitierten die Zeitung Le Figaro und die Nachrichtenagentur AFP aus der Mitteilung.
Bardot sei eine „weltweit anerkannte Schauspielerin und
Sängerin“ gewesen, „die sich entschieden hat, ihre glanzvolle Karriere
aufzugeben, um ihr Leben und ihre Energie der Verteidigung der Tiere und
ihrer Stiftung zu widmen“.
Gerüchte über Erkrankung seit Anfang Dezember
Zum genauen Zeitpunkt und den Umständen von Bardots
Tod äußerte sich die Stiftung nicht. Erst Anfang Dezember hatte die Stiftung nach Medienberichten über einen schlechten gesundheitlichen Zustand Bardots von „falschen Informationen“ gesprochen und die Öffentlichkeit unter Berufung auf Bardot zur „Beruhigung“ aufgefordert. Zuvor hatte sich Bardot im Oktober einer Operation unterzogen, die von ihrem Büro als geringfügig bezeichnet worden ist.
Bardot wurde 1934 in Paris in eine Familie aus der oberen Mittelschicht geboren. Sich selbst beschrieb sie später als schüchternes Kind. Bereits im Alter von 15 Jahren war sie als Model auf dem Cover des Magazins Elle zu sehen. Erst später begann sie ihre Karriere als Schauspielerin und Chansonsängerin.
Mit mehr als 50 Filmen wurde sie ab den Fünfzigerjahren zum Weltstar und galt als internationale Stilikone. Zu ihren bekanntesten
Filmen zählten Die Wahrheit, Die Verachtung und Viva Maria!. Bardot arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Jean-Luc Godard und Louis
Malle zusammen.
Engagement für den Tierschutz und migrationskritische Äußerungen
Anfang der Siebzigerjahre gab Bardot ihre
Schauspielkarriere komplett auf und widmete ihr Leben fortan bedrohten
Tieren aller Art. Sie gründete dazu ihre Stiftung, für die sie Teile
ihres Vermögens versteigerte, und richtete mehrere Tierheime ein. Ihre Zuneigung zu Tieren beschrieb sie unter anderem als Folge ihrer Enttäuschung von Beziehungen mit Menschen sowie von der Filmbranche.
In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich Bardot aus der Öffentlichkeit größtenteils zurückgezogen. Neben ihrem Engagement für den Tierschutz äußerte sie mehrfach politische Ansichten aus dem Rechtsaußen-Spektrum. So sprach sie von einer „Überfremdung“ Frankreichs durch muslimische Einwanderer und wurde mehrfach der Anstiftung zu rassistisch motiviertem Hass beschuldigt.
Zwischen 1997 und 2008 haben Gerichte insgesamt sechsmal wegen antimuslimischer Äußerungen Geldstrafen gegen sie verhängt. Zeitweise unterstützte sie den rechtsextremen Front National von Jean-Marie Le Pen, die Vorgängerpartei des Rassemblement National seiner Tochter Marine Le Pen. Diese wurde von Bardot als „Jeanne d’Arc des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet.
Auf die Nachricht von ihrem Tod reagierte unter anderem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. „Brigitte Bardot verkörperte ein Leben in Freiheit“, schrieb er auf X. „Eine französische Existenz, eine universelle Ausstrahlung.“ Frankreich trauere „um eine Legende des Jahrhunderts“.