Fentanyl in den USA: Massenvernichtungswaffe oder Trumps Waffe?

Trump hat recht. Die Dimensionen der sogenannten Opioidkrise sprengen – wie die Wirkung von Massenvernichtungswaffen – jede Vorstellungskraft. Seit mehr als zehn Jahren ist Fentanyl, ein aus leicht zu beschaffenden Vorläufersubstanzen hergestelltes Gift, in den Vereinigten Staaten die Haupttodesursache in der Altersgruppe zwischen 18 und 45 Jahren.
An einer Intoxikation, für die es nur wenige Milligramm braucht, sind in dieser Zeit mehr Amerikaner gestorben als in allen Kriegen seit 1945 zusammen.
Die Zahl der Rauschgifttoten geht zurück
Seit zwei Jahren aber geht die Zahl der Rauschgifttoten merklich zurück – was Trump anscheinend nicht schert. Freilich ist nicht ganz klar, warum. An einer Verringerung des Angebots, für das vor allem mexikanische Organisationen sorgen, liegt es nicht.
Eher auswirken dürfte sich eine rigidere Verschreibungspraxis legaler Schmerzmittel sowie eine Gesundheitspolitik, die in einigen Staaten auf Aufklärung sowie eine Kombination von Risiko- und Schadensminimierung setzt.
Auf diesem Feld wäre noch unendlich viel zu tun, um unfassbares menschliches Leid und auch ökonomische Schäden in Milliardenhöhe zu vermeiden.
Doch mit Einzelheiten hält sich der amerikanische Präsident nicht auf. Einstweilen dient ihm die neue Rhetorik nur dazu, in einem seiner vielen Feldzüge gegen unbotmäßige Feinde oder Freunde eine weitere Waffe in der Hand zu haben.
Source: faz.net