Felicitas Woll: Warum ihr Krimis zu wenig offenstehen

TV-Star Felicitas Woll blickt auf „Berlin, Berlin“ zurück und verrät, warum sie bis heute noch keine „Tatort“-Kommissarin gespielt hat.
Felicitas Woll (46) gehört zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen TV. Nach ihrem Durchbruch mit der Erfolgsserie „Berlin, Berlin“ stand die 46-Jährige für zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Am 14. März ist sie im Film „Das dunkle Vermächtnis“ (das Erste, 20:15 Uhr) zu sehen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news blickt sie auf ihre Paraderolle als Lolle zurück und verrät, warum sie bisher noch nicht als „Tatort“-Kommissarin vor der Kamera stand.
Sie arbeiten seit bald 30 Jahren als Schauspielerin. Für viele bleiben Sie aber auf ewig Lolle aus „Berlin, Berlin“. Nervt Sie das?
Felicitas Woll: Es nervt mich überhaupt nicht. Ich habe durch diese Figur so viele Möglichkeiten bekommen, mich weiterzuentwickeln in diesem Beruf. Und es ist immer noch so, dass die Zuschauer von damals mir schreiben. Dankbar sind, sich freuen, diese Figur lieben und heute mit ihren eigenen Kindern die Serie immer wieder schauen. Was ich durch diese Figur an Rückmeldung bekommen habe, ist unbeschreiblich und macht mich auf ewig dankbar und glücklich. Es passiert heute manchmal noch, dass ich im Supermarkt bin und jemand sagt: Hi Lolle!
2020 kehrten Sie für den Netflix-Film zurück, wären Sie für ein weiteres Comeback zu haben?
Woll: Nein, ich denke, dass das Kapitel wirklich beendet ist. Man sollte die Geschichte jetzt auch ruhen lassen, auch wenn sie immer noch sehr zeitlos ist und die Charaktere liebenswürdig. Man sollte den Figuren und der Serie die Möglichkeit geben, in guter Erinnerung zu bleiben. Und nicht noch mal und noch mal verfilmen, nur um noch mal Quote zu machen oder an einen Erfolg anknüpfen zu wollen. Das funktioniert in den wenigsten Fällen.
Auch die Taunuskrimis von Nele Neuhaus gehören mit zu Ihren größten Erfolgen. Mittlerweile spielt bereits die dritte Schauspielerin Kommissarin Pia Sander. Bedauern Sie manchmal, nicht mehr Teil der Reihe zu sein?
Woll: Auch das bedauere ich nicht. Ich habe durch „Berlin, Berlin“ gelernt, auch mutig zu sein, zu gehen, wenn es sich richtig anfühlt. Ich hatte in meiner Figur als Pia nicht mehr das Gefühl, mich weiter entwickeln zu dürfen. Weil es auch vom Buch her nicht so vorgegeben war. Dann gab es drei Jahre Pause und in dieser Zeit ist mir klar geworden, dass es gut ist, weiterzugehen.
Ein Engagement als „Tatort“-Kommissarin kam damals für Sie nicht infrage. Hat sich Ihr Blick darauf geändert – und wurden Sie inzwischen schon mal angefragt?
Woll: Ich hatte tatsächlich schon Anfragen, auch für den „Tatort„. Aber dadurch, dass ich mit dem Taunuskrimi gute Erfahrung gesammelt habe als Kommissarin, hat es mich jetzt nicht gedrängt, unbedingt eine „Tatort“-Kommissarin zu spielen. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Krimi, aber schauspielerisch ist es für mich nicht die ganz große Herausforderung oder Weiterentwicklung. Da die Abläufe doch ziemlich oft die gleichen sind.
SpotOnNews
Source: stern.de