FCAS vor dem Aus?: Merz äußert Zweifel an deutsch-französischem Kampfjet-Projekt

FCAS vor dem Aus?Merz äußert Zweifel an deutsch-französischem Kampfjet-Projekt

18.02.2026, 12:11 Uhr

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Die Franzosen bräuchten in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauche Deutschland nicht, so Merz. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Mehrmals wurde das deutsch-französische Rüstungsprojekt bereits verschoben, nun zweifelt Kanzler Merz am Sinn des Vorhabens. Die militärischen Anforderungen beider Länder seien zu unterschiedlich. Das Projekt steht damit mehr denn je auf der Kippe.

Merz hat grundsätzliche Zweifel am gemeinsamen Kampfflugzeug-Projekt FCAS mit Frankreich und Spanien geäußert. „Ich möchte die Frage jetzt geklärt wissen: Brauchen wir eigentlich noch in 20 Jahren von heute ein bemanntes Kampfflugzeug? Brauchen wir das noch, dass wir dann ja mit hohem, hohem Aufwand entwickeln müssen?“, sagte der CDU-Chef im Podcast „Machtwechsel“.

Die Anforderungen Frankreichs und Deutschlands an den Kampfjet der nächsten Generation, den Kern von FCAS, seien sehr unterschiedlich. Das sei nie ausreichend und abschließend geklärt worden. „Ganz konkret, die Franzosen brauchen in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauchen wir in der deutschen Bundeswehr gegenwärtig nicht.“

Forderungen des französischen Rüstungskonzerns Dassault, in dem Konsortium mit Airbus die klare Führung zu übernehmen, hatten das 100 Milliarden Euro schwere FCAS-Projekt ins Wanken gebracht. Eine Entscheidung der Regierungen in Deutschland, Frankreich und Spanien wird noch für Februar erwartet. Als Alternative gilt, dass die Länder zwar ein gemeinsames Luftkampfsystem entwickeln, aber zwei getrennte Kampfflugzeuge bauen.

Der FCAS-Kampfjet sollte eigentlich die Anforderungen des deutschen und des französischen Militärs erfüllen. Frankreich wolle das Flugzeug aber „praktisch auf die Spezifikation ausrichten, die Frankreich braucht. Das ist aber nicht die, die wir brauchen“, sagte Merz. „Und deswegen ist es kein politischer Streit, sondern wir haben ein echtes Problem im Anforderungsprofil. Wenn wir das nicht lösen können, können wir das Projekt nicht aufrechterhalten.“

Wenn Deutschland zu dem Schluss komme, ein eigenes Kampfflugzeug zu brauchen, „dann werden wir schauen, wer das mit uns zusammen baut“, sagte Merz. „Es gibt auch andere Länder, die Interesse daran haben, mit uns dann darüber einmal zu sprechen.“ Als mögliche Partner von Airbus, dessen Rüstungssparte Deutschland zugerechnet wird, werde das britisch-italienische Konkurrenzprojekt GCAP oder die schwedische Saab gehandelt. Seine Forderung nach Standardisierung und der Nutzung von Größenvorteilen in der Rüstung bedeute nicht, „dass wir in ganz Europa, in der ganzen Nato, in Europa nur noch ein Kampfflugzeug haben“, sagte der Kanzler.

Quelle: ntv.de, lno/rts

Source: n-tv.de