Fall Alex Pretti: US-Justizministerium ermittelt gegen Bundesbeamte
Das US-Justizministerium hat eine Bundesermittlung wegen mutmaßlicher Bürgerrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Tod des Demonstranten Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis eingeleitet. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche sagte, die Bürgerrechtsabteilung des Ministeriums untersuche mit der Bundespolizei FBI, ob Beamte gegen Bürgerrechte verstoßen haben. Verfassungsmäßige Rechte schützen in den USA vor unverhältnismäßiger Gewalt. Blanche sagte, es würden alle Aspekte geprüft, die Aufschluss über den Hergang des Tages geben könnten. Es handele sich um eine vorläufige Untersuchung.
Laut Nachrichtenagentur Reuters könnten die Untersuchungen des Ministeriums womöglich zu strafrechtlichen Anklagen gegen die beteiligten Beamten führen. Die rechtlichen Hürden, dass ein solches Verfahren eingeleitet wird, seien jedoch hoch.
Der 37-jährige Pretti war am vergangenen Wochenende von einem Angehörigen der für die Grenzsicherung zuständigen Border Patrol mit mehreren Schüssen getötet worden. Die Tötung ereignete sich während Protesten gegen das Vorgehen der Bundesbehörden bei Abschiebungen in Minneapolis. In der Stadt war erst Anfang Januar die 37 Jahre alte Renée Nicole Good in ihrem Wagen
von einem Beamten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden. Sowohl
Pretti als auch Good waren US-Bürger. Die beiden Vorfälle in Minneapolis sorgten landesweit für Empörung. In mehreren Städten gab es Proteste.
Bruce Springsteen singt Protestsong in Minneapolis
In Minneapolis gingen erneut Tausende Menschen auf die Straße. Sie brachten mit Transparenten und Schildern ihre Wut über die Politik der Regierung von US-Präsident Donald Trump und das gewaltsame Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE zum Ausdruck. US-Rockstar Bruce Springsteen sang bei der Demonstration seinen neuen Protestsong Streets of Minneapolis, den er nach den tödlichen Schüssen auf Pretti und Good komponiert hatte. „Dies ist für die Menschen von Minneapolis, die Menschen in Minnesota und die Menschen in unserem guten Land, den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Springsteen vor den Demonstranten.
Springsteen hatte Streets of Minneapolis am Mittwoch im Onlinedienst Instagram veröffentlicht. Er prangere damit den „Staatsterror“ in der Stadt an, schrieb der Musiker.