Experten reisen an : Ukraine spricht Pipeline-Inspektoren aus Ungarn Mandat ab
Experten reisen an Ukraine spricht Pipeline-Inspektoren aus Ungarn Mandat ab
11.03.2026, 15:19 Uhr
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Ungarn wirft der Ukraine vor, Öllieferungen aus politischen Gründen unterbrochen zu haben. Kiew bestreitet dies. Budapest und die Slowakei entsenden nun Experten, die die Druschba-Pipeline in Augenschein nehmen sollen. Die ukrainische Regierung sieht die Gruppe als Touristen.
Ungarn und die Slowakei entsenden eine Gruppe von Experten in die Ukraine, um den Ausfall der Druschba-Pipeline zu untersuchen. Ziel sei es, den Zustand der Leitung zu bewerten und die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Ölflüsse zu schaffen, teilte Ungarns stellvertretender Energieminister Gabor Czepek in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf Facebook mit. Die Slowakei werde sich an der vierköpfigen Delegation beteiligen. Gegen Mittag meldete sich Czepek mit den Worten: „Auf dem Weg nach Kiew!“ erneut auf Facebook.
Kiew kritisierte die Pläne der ungarischen Regierung. Zwar könne aufgrund der Visumsfreiheit „jede Person, die zu touristischen Zwecken reist, aus den Schengen-Ländern in die Ukraine einreisen“, sagte ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums der englischsprachigen Onlinezeitung „Kyiv Independent“ zufolge. Die aus Ungarn und der Slowakei anreisenden Personen hätten aber keinen offiziellen Status und keine offiziellen Treffen in der Ukraine. Daher sei es falsch, die Gruppe als „Delegation“ zu bezeichnen.
Über die Druschba-Leitung versorgt Russland seit den 1960er Jahren Ungarn und die Slowakei mit Öl. Der Transport ist seit dem 27. Januar allerdings unterbrochen. An dem Lieferstopp hat sich ein Streit entzündet, der zu Ungarns Blockade von EU-Hilfen für die Ukraine im Krieg gegen Russland führte.
Ungarn wirft der Ukraine vor, die Öllieferungen aus politischen Gründen auszusetzen. Selenskyj hat sich mehrfach gegen die Kritik aus Ungarn sowie der Slowakei verwahrt und auf die anhaltenden russischen Angriffe auf den Energiesektor seines Landes verwiesen. Die Schadstelle an der Pipeline befindet sich nach ukrainischen Angaben bei Brody in der Region Lwiw im Westen des Landes.
Source: n-tv.de