Expansion: Inditex eröffnet erstes Zara Man-Geschäft in Deutschland

Zara hat in Berlin den ersten Menswear-Store in Deutschland eröffnet.

Mitten in der Hauptstadt eröffnet Inditex den ersten Menswear-Store von Zara in Deutschland. Warum Berlin für Zara Man eine besondere Rolle spielt – und welche strategische Funktion der Standort erfüllen soll.

Zara hat in der Mall of Berlin am Leipziger Platz einen neuen Store der Männermodemarke eröffnet. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den ersten eigenständigen Zara Man Flagship-Store in Deutschland und damit um einen weiteren Schritt beim Ausbau spezialisierter Flächenkonzepte innerhalb des Konzerns.
Der Standort in Berlin-Mitte folgt auf vergleichbare Eröffnungen unter anderem in Kalifornien, Osaka und Rom. Zara setze damit seine Strategie fort, Formate stärker zu differenzieren und gezielt auf einzelne Zielgruppen auszurichten. Die Hauptstadt dürfte dabei auch als Schaufenster für internationale Retail-Konzepte dienen.

Fokus auf spezialisierte Flächen

Der neue Store umfasst mehr als 700m² Verkaufsfläche und erstreckt sich über zwei Ebenen. Präsentiert werden die aktuellen Zara Man-Bekleidungskollektionen sowie separate Bereiche für Schuhe und Accessoires. Ergänzt wird das Sortiment durch die Linien Zara Origins und Zara Athleticz.

Store to watch: Zara Man in Berlin

Im Erdgeschoss liegt der Schwerpunkt auf Origins und Formalwear, während im Obergeschoss unter anderem jüngere Sortimente sowie die Sportlinie Athleticz gezeigt werden. Für Letztere gibt es zusätzlich einen eigenen Zugang vom Einkaufszentrum aus, was auf eine stärkere Profilierung einzelner Submarken hindeuten könnte.

Store-Design als Inszenierung

Das Store-Konzept wurde vom unternehmenseigenen Zara Architecture Studio entwickelt. Offene Raumstrukturen, großflächige Fassaden und eine reduzierte Materialpalette sollen laut Unternehmen ein zusammenhängendes Einkaufserlebnis schaffen.

Zentrale Elemente sind eine skulpturale Treppe sowie eine Kombination aus modernen Designmöbeln und einzelnen Vintage-Objekten. Ziel dürfte es sein, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und den Store stärker als kuratierten Raum zu inszenieren.

Verzahnung von online und stationär

Technologisch ist der Store in die Omnichannel-Plattform von Zara eingebunden. Kundinnen und Kunden können unter anderem die Verfügbarkeit von Artikeln in Echtzeit prüfen oder Produkte im Store lokalisieren.

Zudem ist es möglich, Online-Bestellungen zur Abholung in die Filiale zu bestellen. Ergänzt wird das Angebot durch klassische Services wie Kassenbereiche und Retourenstationen, die laut Unternehmen barrierefrei gestaltet sind.

Effizienz und Energieverbrauch

Beim Betrieb setzt Zara nach eigenen Angaben auf energieeffiziente Systeme. Dazu zählen unter anderem LED-Beleuchtung sowie optimierte Heiz- und Kühllösungen. Gesteuert werden diese über die interne Plattform Inergy, mit der der Energieverbrauch überwacht und angepasst werden soll.

Der Konzern verweist in diesem Zusammenhang auf seine Nachhaltigkeitsstrategie, die unter anderem eine Reduzierung des Energiebedarfs im Filialbetrieb vorsieht.

Deutschland als relevanter Markt

Mit dem neuen Standort in Berlin baut Zara die Präsenz im deutschen Markt weiter aus. Deutschland zählt für Inditex zu den wichtigsten europäischen Absatzmärkten, in denen der Konzern sowohl stationär als auch online stark vertreten ist.

Der Schritt hin zu stärker spezialisierten Store-Formaten könnte dabei auch als Testfeld für weitere Differenzierungen im Portfolio dienen. Insbesondere in Metropolen wie Berlin dürfte die Segmentierung nach Zielgruppen an Bedeutung gewinnen.

Zara gehört zur Inditex-Gruppe, einem der weltweit größten Modehändler. Neben Zara umfasst das Portfolio unter anderem Marken wie Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho und Zara Home. Der Konzern betreibt ein integriertes Geschäftsmodell aus stationärem Handel und E-Commerce in 98 Märkten sowie mehr als 200 Online-Märkten und verfolgt eigenen Angaben zufolge das Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden.