Evelyn Burdecki: Vielen Männern fehlt es an Verständnis






Immer wieder bekommt Evelyn Burdecki „widerliche Nachrichten“. Sie hält die derzeitige Debatte für wichtig.

In Deutschland wurde zuletzt verstärkt über besseren Schutz für Frauen besonders im Bereich digitalisierter und sexualisierter Gewalt diskutiert. Die Debatte geht auf den persönlichen Fall von Collien Fernandes (44) zurück, die schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) erhoben hat. In einem neuen Interview erzählt Evelyn Burdecki (37), was auch sie häufig erleben muss. Außerdem möchte sie anderen Frauen Mut machen.



In den meisten Fällen sind Frauen die Opfer solcher Übergriffe. Abertausende Menschen sind zuletzt auch in vielen Städten auf die Straßen gegangen, um sich mit Betroffenen sexualisierter und digitaler Gewalt zu solidarisieren. Burdecki habe sich früh in der Debatte geäußert, weil sie es „wichtig finde, dass Frauen den Mut haben, darüber zu sprechen“, erzählt sie im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. „Ich glaube, es gibt wahnsinnig viele Frauen, die sich nicht trauen, weil sie Angst haben, dass ihnen nicht geglaubt wird oder dass es dadurch noch schlimmer wird.“ Daher finde der TV-Star es umso bewundernswerter, „wenn eine Frau – wie zur Zeit Collien – aufsteht und sagt: ‚So, bis hierhin und nicht weiter.'“

„Ich bin nicht allein, ich darf meinen Mund aufmachen“

Fernandes wirft ihrem ehemaligen Partner vor, mutmaßlich Fake-Profile im Netz unter ihrem Namen betrieben und pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.


Burdecki ist der Ansicht, dass Fernandes viel damit bewegt, die Vorwürfe öffentlich gemacht zu haben: „Dass Frauen sehen: Ich bin nicht allein, ich darf meinen Mund aufmachen, ich darf sagen, was mir passiert ist. Genau das ist so wichtig.“ Sie finde, „da ist gerade etwas ins Rollen gekommen, was es so in der Größe noch nicht gab. Dass darüber so groß diskutiert wird, dass Frauen so laut werden, das ist wichtig und richtig. Ich finde es gut, wenn Menschen auf die Straße gehen und sagen: Wir lassen uns das nicht gefallen.“

Daher berichtet auch die 37-Jährige von „widerlichen Nachrichten“, die sie häufig erhält. Sie bekomme „sexuelle Angebote“ und „ständig Dick Pics“. Männer schicken ihr unaufgefordert Fotos ihrer Geschlechtsteile. „Das ist schlimm und macht viel mit einer Frau„, sagt Burdecki. „Viele Männer verstehen gar nicht, was sie damit auslösen.“ Sie selbst blockiere solche Männer oder melde die übergriffigen Nachrichten auch, „wenn es richtig schlimm wird“.

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Source: stern.de