Eurovision Song Contest: Österreichs Kanzler befürwortet Teilnahme Israels am ESC in Wien
Österreichs Kanzler Christian Stocker (ÖVP) fordert, dass Israel nicht vom Eurovision Song Contest (ESC) ausgeschlossen wird. „Ich würde es für einen fatalen Fehler halten, Israel auszuschließen.
Schon aufgrund unserer Geschichte würde ich das niemals befürworten“,
sagte Stocker. Damit spielt er auf Österreichs Mitverantwortung am Holocaust an.
Die Situation im Gazastreifen habe sich verändert und es werde wohl nicht zu einem Ausschluss Israels kommen, sagte Stocker. „Die Debatte wirft einen Schatten auf die Veranstaltung, der bis zum Mai hoffentlich wieder verschwindet.“
Der Eurovision Song Contest 2026 findet im Mai in Wien statt. Einige Staaten – darunter Spanien, die Niederlande und Irland – haben im Fall
eines israelischen Auftritts mit Boykott gedroht. Sie werfen Israel vor, für das Leid
der palästinensischen Zivilbevölkerung verantwortlich zu sein. Im Dezember will die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den ESC veranstaltet, abschließend mit ihren Mitgliedern über die Frage beraten.
Merz bezeichnete Debatte als „Skandal“
Auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich in der Vergangenheit klar gegen einen Ausschluss Israels ausgesprochen. Er halte es „für einen Skandal“, dass darüber überhaupt diskutiert werde, sagte Merz in der ARD-Sendung Caren Miosga. Falls Israel ausgeschlossen werde, solle Deutschland nicht beim ESC antreten, sagte Merz.
In der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap in Deutschland sprachen sich 65 Prozent der Befragten gegen einen Ausschluss Israels aus, 24 Prozent befürworteten diesen.
Nach dem Sieg des österreichischen Countertenors JJ im vergangenen Jahr beim ESC in Basel findet der 70. ESC
in Wien statt. Der öffentlich-rechtliche Österreichische Rundfunk (ORF)
organisiert das größte Musikevent der Welt.
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