Europa und Lateinamerika: EU und Mercosur-Staaten unterzeichnen Handelsabkommen
Das Handelsabkommen zwischen der EU und der südamerikanischen Staatengruppe Mercosur ist unterzeichnet. In Asunción in Paraguay unterschrieben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa das Dokument. Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen soll das Abkommen eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen, mit mehr
als 700 Millionen Einwohnern und einer Gesamtwirtschaftsleistung von 22
Billionen US-Dollar.
Neben Paraguays Präsident Santiago Peña nahmen auch Uruguays Präsident
Yamandú Orsi, Argentiniens Präsident Javier Milei und der brasilianische
Außenminister Mauro Vieira an der Zeremonie teil.
Das Abkommen diene „dem Wohl künftiger Generationen“, schrieb von der Leyen auf X. „Lang lebe die Freundschaft zwischen unseren Völkern und unseren Kontinenten.“ Es sei ein „starkes Signal an die Welt“, sagte von der Leyen in ihrer Rede vor der Unterzeichnung. Das Abkommen eröffne der Bevölkerung der beteiligten Staaten „ungeahnte Möglichkeiten“.
Mehr als 25 Jahre der Verhandlungen
Das Mercosur‑Abkommen ist das Ergebnis von mehr als 25
Jahren Verhandlungen zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten
Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Die Mitgliedstaaten der EU haben
dem Vertrag jüngst mehrheitlich zugestimmt, auch wenn Frankreich und Irland
dagegen votierten. Nach der Unterzeichnung muss noch das EU-Parlament über das
Abkommen abstimmen.
Kern des Abkommens ist der Wegfall eines Großteils der
gegenseitigen Zölle. Dadurch sollen die europäischen Exporte in die Mercosur‑Länder
um bis zu 39 Prozent steigen, insbesondere im Bereich der Automobil- und
Chemieindustrie. Die Mercosur‑Staaten exportieren bislang vor allem
landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa, während die EU
überwiegend Industriegüter liefert.
Die Verhandlungen waren lange durch politische Vorbehalte
geprägt. Frankreich und Polen lehnten das Abkommen zuletzt wegen möglicher
Nachteile für europäische Landwirte ab, während Italien seine Zustimmung an
weitere Unterstützungszusagen knüpfte. Kritiker verweisen zudem auf potenzielle
Umwelt- und Wettbewerbsrisiken, etwa durch günstig produziertes
südamerikanisches Fleisch oder die Sorge vor zusätzlicher Abholzung in
Südamerika.
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