EU-Sanktionen gegen Russland: Verdächtige wegen mutmaßlich illegaler Exporte nachher Russland in U-Haft
Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Haftbefehle gegen fünf mutmaßliche Mitglieder eines Beschaffungsnetzwerks für Russland in Vollzug gesetzt. Die Bundesanwaltschaft hatte die Männer am Montag in Lübeck und im Kreis Herzogtum Lauenburg festnehmen lassen.
Die Ermittler werfen den Beschuldigten vor, über ein Lübecker Handelsunternehmen Güter beschafft und nach Russland exportiert zu haben, um Embargobestimmungen der Europäischen Union zu umgehen. Die Ausfuhrbeschränkungen sind ein zentraler Bestandteil der Sanktionen, mit denen die EU auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert.
Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sollen die Beschuldigten rund 16.000 Lieferungen nach Russland veranlasst haben. Der Gesamtwert der Geschäfte liegt laut Bundesanwaltschaft bei mindestens 30 Millionen Euro. Zu den Endabnehmern gehören demnach mindestens 24 sanktionierte russische Rüstungsunternehmen.
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