EU-Handel: Autokonzernchefs willkommen heißen Handelsabkommen mit Indien

Die deutsche Autoindustrie hat sich erfreut über das verabschiedete Freihandelsabkommen der Europäischen Union (EU) mit Indien gezeigt. Mercedes-Chef Ola
Källenius sagte am
Rande einer Wirtschaftskonferenz ‍in Berlin, jede
Bewegung Richtung Öffnung ​der Märkte und Stärkung des ‌Handels
sei für Deutschland und Europa positiv. BMW-Chef Oliver
Zipse nannte ⁠die Beschleunigung bei den Handelsabkommen ​mit
Mercosur und Indien sehr wichtig für Deutschland als Exportnation. „Wir sind in Summe auf einem guten Weg. Was
da entsteht, ist etwas Großartiges“, sagte er.

Auch Volkswagen-Chef Oliver
Blume sagte, sein Unternehmen unterstütze jede Initiative
für Handelsabkommen mit Regionen in ​der Welt. „Indien ist der
drittgrößte Automobilmarkt der Welt in einer sehr dynamischen
Entwicklung, ‍und dort sehen wir auch Potenzial für den
Volkswagen-Konzern“, sagte er. Die Präsidentin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller,
sprach zudem von einem starken Signal der Handlungsfähigkeit. 

Verhandlungserfolg der EU

Die EU ‌und Indien
hatten sich nach fast 20 Jahren Verhandlungen auf ein Handelsabkommen geeinigt
. „Europa und Indien schreiben heute
Geschichte“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X. Das Handelsabkommen soll den bislang stark abgeschotteten Markt Indiens für Unternehmen aus der EU öffnen.

Mit dem
Abkommen ⁠sinken unter anderem die Zölle auf Fahrzeugimporte von derzeit bis zu 110 Prozent auf 10 Prozent. Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Abkommens sollen zudem die Zölle auf
Autoteile wegfallen. Für insgesamt mehr als 96 Prozent der
gehandelten Waren ⁠zwischen Indien und der EU fallen die Zölle weg oder sinken. Die EU
rechnet damit, ‌dass sich ihre Warenexporte nach Indien bis 2032 verdoppeln werden.

Das Abkommen mit Indien kommt zu einer wirtschaftlich bewegten Zeit. Seit der Einführung willkürlicher Zölle durch US-Präsident Donald Trump sucht die EU nach neuen Handelspartnern. Das Mercosur-Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay war von der EU zwar verabschiedet worden, das EU-Parlament stimmte aber dafür, es zunächst dem Gerichtshof zur Prüfung vorzulegen.