EU beschließt Schutzmaßnahmen zu Gunsten von Stahlindustrie

Ein Stahlarbeiter steht in Duisburg an einem Hochofen von Thyssenkrupp Steel (Archiv Dezember 2024)

Stand: 14.04.2026 • 03:03 Uhr

Zum Schutz der europäischen Stahlindustrie verschärft die EU ihre Einfuhrregeln. Die zollfreie Importmenge sinkt auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich. Für alles darüber hinaus soll ein Zollsatz von 50 Prozent gelten.

Vertreter des EU-Parlaments und der 27 Mitgliedstaaten haben sich auf eine Verschärfung der Regeln für Stahlimporte geeinigt. Künftig ist die zollfreie Einfuhrmenge auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt. Das sind etwa 47 Prozent weniger als bisher.

Weitere Importe sollen laut Mitteilung der EU-Staaten dann mit einem Zoll von 50 Prozent belegt werden – das ist doppelt so viel wie bisher. Die aktuelle Verordnung läuft am 30. Juni aus. Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen die Mitgliedstaaten und die Parlamentarier noch zustimmen. Das gilt jedoch als Formsache.

China, Indien und die Türkei sind günstiger

Der europäische Markt solle vor der globalen Überproduktion geschützt werden, heißt es in einer Mittelung zur Einigung. Die Vereinbarung lege auch fest, welcher Anteil des zollfreien Stahlkontingents welchem Drittstaat zugutekommt. Gleichzeitig solle Flexibilität gewahrt werden. So sollen etwa nicht ausgeschöpfte Einfuhrkontingente von einem Quartal auf das nächste übertragen werden können.

Unternehmen in den EU-Staaten leiden insbesondere unter günstigem Stahl aus China, Indien und der Türkei.

Source: tagesschau.de