„Es kam aus heiterem Himmel“ – US-Astronaut spricht reichlich seine plötzliche Erkrankung im All
Im Januar musste die Nasa zum ersten Mal in der Geschichte der ISS eine Crew wegen eines medizinischen Problems vorzeitig zur Erde zurückholen. Nun äußert sich der betroffene US-Astronaut erstmals über den Zwischenfall.
US-Astronaut Mike Fincke hat seine akute Erkrankung geschildert, die die US-Raumfahrtbehörde Nasa zum Abbruch seines Weltraumeinsatzes zwang. Er habe sich am 7. Januar in der Internationalen Raumstation ISS auf seinen geplanten Außeneinsatz am nächsten Tag vorbereitet und dann zu Abend gegessen, als es passiert sei, berichtete Fincke der Nachrichtenagentur AP.
Plötzlich habe er nicht mehr sprechen können, erinnere sich aber an keine Schmerzen. Das Problem sei blitzschnell aufgetreten. „Es kam völlig aus heiterem Himmel. Es ging einfach erstaunlich schnell“, sagte er.
Fincke berichtet, die anderen Besatzungsmitglieder hätten sofort gemerkt, dass er in Not war. Alle seien sofort bei ihm gewesen. „Innerhalb weniger Sekunden waren alle Mann an Deck“, sagte der 59-Jährige. Sie hätten Ärzte auf der Erde um Hilfe gebeten. Das Ultraschallgerät der Raumstation sei sehr hilfreich gewesen. Der Vorfall habe etwa 20 Minuten gedauert, danach habe er sich gut gefühlt.
Die Nasa sagte den Außeneinsatz ab und holte Fincke, Kommandantin Zena Cardman, den Japaner Kimiya Yui und den Russen Oleg Platonow wenige Tage später mit einer Kapsel des Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Erde zurück. Für die US-Raumfahrtbehörde war es der erste Abbruch eines Weltraumeinsatzes aus medizinischen Gründen. Die Russen hatten dies bereits vor Jahrzehnten machen müssen.
Fincke sagte, er sei direkt ins Krankenhaus gebracht worden. Inzwischen habe er sich zahlreichen Tests unterzogen, aber die Ärzte wüssten immer noch nicht, weshalb er plötzlich krank geworden sei. Einen Herzinfarkt hätten sie ausgeschlossen. Alles andere sei noch offen und könne mit seinen insgesamt 549 Tagen Schwerelosigkeit zusammenhängen. Trotzdem hoffe er, eines Tages noch einmal in den Weltraum zurückkehren zu können.
AP/jmr
Source: welt.de