„Es ist mir egal“ – Rückkehr des Iran an Verhandlungstisch spielt laut Trump keine Rolle
Eine Rückkehr Teherans zu Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung des Krieges wäre US-Präsident Trump zufolge nicht von Bedeutung. Am Montagnachmittag will die US-Armee mit ihrer Blockade der Straße von Hormus beginnen. Mehr im Liveticker.
Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Nun einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
04:34 Uhr – Nach Kritik an Iran-Kurs: Trump nennt Papst Leo „schwach“
US-Präsident Trump hat Papst Leo nach dessen Kritik an der amerikanischen Außen- und Einwanderungspolitik scharf angegriffen. Der Pontifex sei „schwach“ bei der Kriminalitätsbekämpfung und „schrecklich“ für die Außenpolitik, schrieb Trump am späten Sonntagabend auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Leo sollte sich als Papst zusammenreißen“, schrieb Trump in seinem Beitrag weiter und erklärte später gegenüber Reportern, er sei kein großer Fan des Pontifex.
03:52 Uhr – Trump: Rückkehr des Iran an den Verhandlungstisch würde keine Rolle spielen
Eine Rückkehr Teherans zu Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung des Iran-Krieges würde US-Präsident Trump zufolge keine Rolle spielen. „Es ist mir egal, ob sie zurückkommen oder nicht“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews vor den Toren der US-Hauptstadt Washington. „Wenn sie nicht zurückkommen, ist das für mich in Ordnung“, fügte er hinzu.
03:35 Uhr – Ölpreis steigt auf über 100 Dollar angesichts drohender US-Blockade
Die Ankündigung der US-Blockade in der Straße von Hormus hat die Ölpreise am Montag über die Marke von 100 Dollar getrieben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI stieg um 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar. Zuvor waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des Krieges gescheitert.
00:59 Uhr – Irans Außenminister: USA ließen konstruktive Gespräche scheitern
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat den USA vorgeworfen, die Gespräche in Pakistan trotz vielversprechender Aussichten zum Scheitern gebracht zu haben. Sein Land habe „in gutem Glauben“ mit den Vereinigten Staaten über ein Kriegsende verhandelt, schrieb Araghtschi am Sonntag auf der Online-Plattform X. Doch sei der Iran „nur wenige Zentimeter“ vor einer „Islamabad-MoU“ auf Maximalforderungen, wechselnde Zielvorgaben und Blockade gestoßen, ergänzte er. Mit „MoU“ meinte er die Abkürzung für „Memorandum of Understanding“, also eine Absichtserklärung.
00:33 Uhr – Nahost-Experte: Trump hat kaum Druckmittel in Straße von Hormus
Den Plan von US-Präsident Donald, die amerikanische Marine für eine Seeblockade der Straße von Hormus einzusetzen, hält Nahost-Experte Andreas Krieg für unrealistisch. „Wir sollten im Hinterkopf behalten, dass die Amerikaner eine deutlich niedrigere Schmerzgrenze haben als die Iraner“, erklärte Krieg, Militäranalyst und Dozent für Sicherheitsstudien am Kings College in London. „Die Iraner können das – was auch immer passiert – deutlich länger durchhalten als die Weltwirtschaft, deutlich länger als die Golfstaaten und deutlich länger als die Amerikaner.“
Trump habe „keine guten Optionen“ und werde in einigen Punkten nachgeben müssen. „Es gibt kein Mittel im Werkzeugkasten, keinen militärischen Hebel, den er einsetzen könnte, um seinen Willen durchzusetzen“, analysierte Krieg.
00:15 Uhr – Iran: USA blockieren Einigung zur Beendigung des Krieges
Der Iran gibt den USA die Schuld am Scheitern einer Einigung zur Beendigung des Krieges. In den intensivsten Gesprächen auf höchster Ebene seit 47 Jahren habe sich der Iran in gutem Glauben engagiert, teilt der iranische Außenminister Abbas Araghtschi mit. Kurz vor dem Abschluss der Gespräche in Islamabad sei man jedoch auf Maximalforderungen, immer neue Bedingungen und eine Blockade gestoßen. Es seien „null Lehren“ gezogen worden, kritisiert der Minister.
00:01 Uhr – CDU-Außenpolitiker: Trumps Seeblockade eher Verhandlungstaktik
Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hält die Ankündigung einer Seeblockade in der Straße von Hormus durch US-Präsident Donald Trump in erster Linie für eine Verhandlungstaktik. „Präsident Trump kann keine blockierten Handelswege gebrauchen“, sagte Hardt der „Rheinischen Post“. „Das führt auch in den USA zu steigenden Preisen und schwächt ihn innenpolitisch“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion.
„Beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Ich sehe Trumps Äußerungen über eine mögliche US-Blockade eher als Verhandlungstaktik.“ Außerdem habe man gelernt, „bei ihm nicht jedes Wort sofort als endgültige Festlegung zu verstehen“, meinte der CDU-Politiker.
Sonntag, 12. April 2026
23:46 Uhr – US-Militär: Seeblockade der Straße von Hormus beginnt Montag
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär soll am Montag beginnen. Ab 10 Uhr US-Ostküstenzeit (16 Uhr MESZ) werde der Seeverkehr für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, kündigte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X an.
Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, hieß es weiter.
Zugleich erläuterte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen ist, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde.
23:36 Uhr – Irans Marinechef nennt Trumps Blockade-Drohung für Straße von Hormus „lächerlich“
Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus zu blockieren, ist vom Chef der iranischen Marine als „lächerlich“ zurückgewiesen worden. Schahram Irani sagte am Sonntagabend nach Angaben des Staatsfernsehens: „Die Drohungen des US-Präsidenten, Iran auf See zu blockieren, sind lächerlich und absurd.“ Die iranische Marine „überwacht und kontrolliert alle Bewegungen der aggressiven US-Armee in der Region“.
22:53 Uhr – US-Kreise: Teheran wollte Washingtons rote Linien nicht akzeptieren
Der Iran hat bei den vorerst gescheiterten Gesprächen in Pakistan nicht allen roten Linien Washingtons für ein Kriegsende zustimmen wollen. Dies teilte ein US-Regierungsmitglied am Sonntag der Nachrichtenagentur AP mit. Kernziel der US-Unterhändler sei gewesen, sicherzustellen, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Es habe aber weitere von den USA gezogene rote Linien gegeben, gegen die der Iran Einwände erhoben habe, sagte die Quelle.
Dazu gehöre, dass der Iran die Urananreicherung beende, seine wichtigsten Anreicherungsanlagen demontiere, die Bergung seines hochangereicherten Urans erlaube, die Finanzierung der Hamas, der Hisbollah im Libanon und der Huthi-Miliz im Jemen einstelle, einen umfassenderen Rahmen für Frieden und Sicherheit in der Region schaffe und die Straße von Hormus öffne.
21:38 Uhr – Regierung: Libanon bemüht sich um Ende des Kriegs und Abzug israelischer Truppen
Der Libanon strebt nach den Worten von Regierungschef Nawaf Salam die Beendigung des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah sowie einen Abzug der israelischen Truppen an. „Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, diesen Krieg zu beenden, den Abzug Israels aus all unseren Gebieten sicherzustellen, die Rückkehr aller Gefangenen zu erreichen, unsere zerstörten Dörfer und Städte wieder aufzubauen und die sichere Rückkehr der Vertriebenen zu gewährleisten“, sagte Salam in einer Fernsehansprache am Sonntag.
Der Libanon bemühe sich weiterhin, „Verhandlungen zu führen, um den Krieg zu beenden“, betonte er. Salam äußerte sich vor für Dienstag geplanten direkten Gesprächen Israels und des Libanon im US-Außenministerium in Washington. Die libanesische Präsidentschaft teilte am Freitag mit, dabei würde über eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel verhandelt werden. Die israelische Regierung strebt nach eigenen Angaben Gespräche über eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und über friedliche Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern an.
21:05 Uhr – Trump: Ölpreise könnten bis November hoch bleiben
US-Präsident Trump geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Öl- und Benzinpreise bis zu den Zwischenwahlen in den USA im November hoch bleiben werden. Das ist ein seltenes Eingeständnis der möglichen politischen Folgen seiner Entscheidung von Ende Februar, den Iran anzugreifen. „Es könnte so sein, oder gleich bleiben, oder vielleicht ein bisschen höher, aber es dürfte in etwa gleich bleiben“, sagte Trump am Sonntag dem Sender Fox auf die Frage, ob die Kosten für Öl und Benzin bis zum Herbst sinken würden. Seine Äußerungen folgen auf wochenlange Behauptungen, der Preisanstieg werde nur ein kurzfristiges Phänomen sein. Trump hatte kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar auch gesagt, der Krieg werde vier Wochen „oder kürzer“ dauern.
Der Durchschnittspreis für Benzin an US-Tankstellen lag laut Daten des Dienstes GasBuddy den größten Teil des Aprils bei über vier Dollar pro Gallone (knapp 3,8 Liter). Das sind fast 30 Prozent mehr als üblich. Am Ölmarkt ist der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl von knapp 73 Dollar von vor Beginn der Angriffe auf bis zu 114 Dollar gestiegen. Aktuell liegt er bei rund 96 Dollar, nachdem Trump eine Deeskalation im Iran-Krieg in Aussicht gestellt hatte. Gespräche darüber haben am Wochenende aber zu keiner Einigung geführt. In zahlreichen Ländern weltweit ist in Folge der Entwicklung der Benzinpreis gestiegen, was zu politischen Turbulenzen führt.
20:21 Uhr – Netanjahu besucht Südlibanon
Inmitten anhaltender israelischer Angriffe auf den Libanon hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntagabend ein Video veröffentlicht, das ihm beim Truppenbesuch im Südlibanon zeigt. Netanjahu trägt in dem Video eine kugelsichere Weste und ist von Soldaten umgeben, von denen einige maskiert sind. Zudem versicherte er, durch das im Zuge des Iran-Krieges erfolgte Vorgehen der israelischen Armee im Nachbarland sei „die Gefahr eines Eindringens“ von Kämpfern der pro-iranischen Hisbollah nach Israel gebannt worden.
Netanjahu wurde nach eigenen Angaben bei dem Truppenbesuch von Verteidigungsminister Israel Katz und hochrangigen Militärvertretern begleitet. Die Bodenoffensive im Südlibanon habe dazu beigetragen, die Gefahr von Raketenbeschuss durch die Hisbollah auf israelische Ortschaften einzudämmen, sagte er. „Es gibt noch viel zu tun, und wir tun es.“
19:43 Uhr – Trump droht China mit Zöllen im Fall von Waffenlieferungen an Iran
Trump droht China mit Zöllen von 50 Prozent, sollte die Volksrepublik Waffen an den Iran verkaufen. Er habe Berichte gehört, wonach China dem Iran Flugabwehrraketen geliefert habe, die ein Soldat von der Schulter aus abfeuern könne, sagte Trump am Sonntag dem Sender Fox News. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, werde er chinesische Waren mit Zöllen belegen.
18:52 Uhr – US-Insider: Uneins mit Iran bei Themen Uran, Hamas und Hormus
Aus dem Umfeld der US-Regierung heißt es, der Iran habe es bei den Verhandlungen in Pakistan abgelehnt, seine Uran-Anreicherung zu beenden. Auch wolle der Iran seine Anlagen zur Uran-Anreicherung nicht offenlegen. Ebenfalls abgelehnt habe der Iran ein Ende der Finanzierung für die extremistischen Gruppen Hamas, Hisbollah und Huthi. Zudem habe der Iran die Forderung zurückgewiesen, die Straße von Hormus vollsträndig zu öffnen. Im Sommer 2025 hatte die US-Regierung nach Angriffen auf den Iran noch erklärt, die nuklearen Fähigkeiten des Irans seien vollständig vernichtet worden.
18:22 Uhr – Irans Präsident: US-„Doppelstandards“ größtes Hindernis für Einigung
Der iranische Präsident Massud Peseschkian bezeichnet die angeblichen Doppelstandards der USA als das größte Hindernis für eine Einigung im derzeitigen Konflikt. „Bei den Verhandlungen in Islamabad waren das anhaltende Festhalten der USA an Doppelstandards sowie ihr machtpolitischer Anspruch das größte Hindernis“, sagte Peseschkian in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie das iranische Präsidialamt mitteilte. Der Iran ist laut Peseschkian grundsätzlich zu einem fairen Abkommen bereit.
17:39 Uhr – Iran: Einigung mit USA unter bestimmten Bedingungen greifbar nah
Der Iran ist iranischen Staatsmedien zufolge zu einem „ausgewogenen und fairen“ Abkommen bereit, das dauerhaften Frieden und Sicherheit gewährleistet. Eine Einigung sei nicht in weiter Ferne, sollten die USA „in den Rahmen des Völkerrechts zurückkehren“, sagt der iranische Präsident Massud Peseschkian nach dem Bericht in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin.
17:26 Uhr – Oman: „Schmerzhafte Zugeständnisse“ im Iran-Krieg nötig
Für einen Frieden im Iran-Krieg müssen sich die Konfliktparteien nach Ansicht von Omans Außenminister Badr al-Busaidi womöglich zu großen Zusagen durchringen. „Der Erfolg erfordert möglicherweise, dass alle schmerzhafte Zugeständnisse machen, aber das ist gar nichts im Vergleich zum Schmerz und Versagen des Krieges“, teilte al-Busaidi bei X mit. Er drängte darauf, dass die zuvor geltende Waffenruhe verlängert und die Gespräche fortgesetzt werden.
Der Minister erklärte, er habe US-Vizepräsident JD Vance nur „Stunden vor Kriegsbeginn“ am 28. Februar persönlich getroffen. Dabei habe er den Eindruck gewonnen, dass Vance und auch US-Präsident Donald Trump die „Verstrickungen des Krieges“ unbedingt vermeiden wollten.
17:10 Uhr – Röttgen: Seeblockade von Meerenge „überfällig“
Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hält die von US-Präsident Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus durch die US-Marine für überfällig. „Für die USA und fast den ganzen Rest der Welt ist es unabdingbar, dass das iranische Regime nicht die Kontrolle über die Straße von Hormus behält“, sagte Röttgen der „Rheinischen Post“. „Dass die USA dem Regime nun selber die Nutzung und die für das Regime unerlässlichen Einnahmen daraus abschneiden, ist überfällig“, betonte Röttgen.
dpa/AFP/AP/Reuters/ceb/saha/mol/jmr/coh/jho
Source: welt.de