Erweiterung des Terminal Eins: Anbau des Münchner Flughafens eröffnet

Gleich zwei deutsche Flughäfen nehmen in diesem Monat Ausbauten für zusätzliche Passagiere in Betrieb. Den Anfang machte am Montag der Münchner Airport mit einer 665 Millionen Euro teuren Erweiterung des dortigen Terminals eins. Zehn Tage später wird in Frankfurt die Inbetriebnahme des neuen Terminals drei folgen, das vier Milliarden Euro gekostet hat.

Für beide Vorhaben lag der Planungsbeginn vor der Corona-Krise, in der Pandemie wurden Zeitpläne für den Bau gestreckt. Nun kommen die Eröffnungen zum einen Zeitpunkt, zu dem der Irankrieg zu höheren Ticketpreisen, die die Nachfrage dämpfen können, und schlimmstenfalls noch zu Knappheit beim Kerosin führen. Mittelfristig sehen die Flughäfen es aber als sicher an, dass die zusätzlichen Kapazitäten benötigt werden.

In München schafft der Anbau Platz für mehr am Terminalgebäude geparkte Flugzeuge. „360 Meter lang ist unser neuer Pier und bietet Platz für bis zu zwölf Flugzeuge, die hier gleichzeitig abgefertigt werden“, sagte Flughafenchef Jost Lammers. Von der Betriebsaufnahme am 21. April an können dort bis zu sechs Millionen Passagiere im Jahr zusätzlich abgefertigt werden, das sind mehr, als die Flughäfen in Hannover oder Nürnberg im Jahr zählen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einem „weiteren Meilenstein in der Entwicklung Bayerns“.

Flexibel: An den neuen Parkpositionen in München können je zwei Mittelstrecken- oder ein Langstreckenflugzeug zum Einstieg stehen.
Flexibel: An den neuen Parkpositionen in München können je zwei Mittelstrecken- oder ein Langstreckenflugzeug zum Einstieg stehen.Flughafen München

Der Anbau, der im rechten Winkel vom Terminal-eins-Gebäude abzweigt, soll vornehmlich für Interkontinentalflüge von Gesellschaften genutzt werden, die nicht zum Flugbündnis Star Alliance um die Deutsche Lufthansa gehören. Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai, die aktuell Einschränkungen wegen des Irankriegs spürt, betreibt eine der beiden Lounges, in denen Premium-Reisende auf ihren Abflug warten können.

Frankfurt schafft Platz für 19 Millionen Reisende

In Frankfurt hatten Bürger schon am Wochenende die Gelegenheit, das neue dritte Terminal anzusehen, bevor es am 23. April in Betrieb geht. Der Neubau bietet Platz für 19 Millionen zusätzliche Reisende, die von drei Gebäudeflügeln in Flugzeuge einsteigen können. Größter Nutzer in Frankfurt wird die Gesellschaft Condor, die allerdings erst im Jahr 2027 in das Terminal drei umzieht und dann für knapp ein Drittel der Passagiere dort sorgen soll. Schon mit der Inbetriebnahme wechseln Airlines aus dem arabischen und asiatischen Raum dorthin, weitere folgen bis zum Sommer, darunter British Airways, Air France und KLM.

Die Passagierzahlen in Frankfurt und München liegen aktuell noch unter den Werten des Vor-Corona-Jahres 2019. Den Airport in der bayrischen Landeshauptstadt nutzten im vergangenen Jahr 43,4 Millionen ein-, aus- und umsteigende Passagiere, knapp zehn Prozent weniger als vor der Pandemie. Frankfurt blieb mit 63,2 Millionen Passagieren elf Prozent hinter früheren Rekorden. Beide Flughäfen nutzen daher nach der Eröffnung der Neubauten die Möglichkeit, Bestandsflächen zu renovieren. In Frankfurt wird sogar das Terminal zwei bis ins kommende Jahrzehnt komplett aus dem Flugbetrieb genommen.

Verkehrsminister: Münchner Flughafen „besser“ an Bahn anschließen

Dennoch steht für München der nächste Ausbauschritt schon fest. Vor wenigen Wochen hatten der Flughafen und Lufthansa mitgeteilt, dass das dortige Terminal zwei, das sie gemeinsam betreiben, bis 2035 einen zusätzlichen Gebäudeflügel für zehn Millionen Passagiere erhalten solle. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) machte zur Einweihung des Ausbaus zudem Hoffnung auf eine bessere Bahnanbindung des Flughafens. Bislang ist er vom Hauptbahnhof nach einer 40-minütigen S-Bahn-Fahrt zu erreichen. Wegen Bauarbeiten müssen – beginnend mit dem Abend nach der Einweihungsfeier – Reisende sogar für einige Tage auf einen Bus umsteigen.

Schnieder kündigte nun an, den Flughafen mit zusätzlichen Regionalzügen und S-Bahnen „weit besser“ an den Hauptbahnhof anschließen zu wollen. Geprüft würden weitere, vom Land Bayern gewünschte Konzepte. „Es wird geprüft, die Fernverkehrsanbindung des Flughafens weitgehend zu berücksichtigen“, sagte Schnieder. Der Bund ist mit 26 Prozent als Anteilseigner am Münchner Flughafen beteiligt.

In Frankfurt besteht nach der bevorstehenden Großeröffnung zumindest die Möglichkeit, das neue Terminal drei um einen Gebäudeflügel, an dem Flugzeuge andocken, zu ergänzen, was die Kapazität um weitere sechs Millionen Reisende erhöhen würde. Die vier Start- und Landebahnen können dort mehr Flugzeuge aufnehmen.  In München ist der mögliche Bau einer zusätzlichen dritten Startbahn seit Jahren aufgehalten.