Erster europäischer Frachter passiert extra neue Route Straße von Hormus
Ein französischer Konzern hat ein Containerschiff durch die Straße von Hormus fahren lassen. Dutzende Staaten erhöhen derweil den Druck auf den Iran: Die strategisch zentrale Meerenge solle „sofort und bedingungslos“ geöffnet werden. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
15:05 Uhr – Erster europäischer Frachter passiert über neue Route Straße von Hormus
Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert. Das unter der Flagge Maltas fahrende Schiff sandte anstelle seines Fahrtzieles die Botschaft „französischer Eigentümer“ aus, wie aus den am Freitag ausgewerteten Daten der Website MarineTraffic hervorgeht.
Die Navigationsdaten des Schiffes zeigten, dass es am Donnerstag über eine neue, vom Iran genehmigte Route durch dessen Hoheitsgewässer fuhr. Mehrere Frachter nutzten bereits diese Route in der Nähe der iranischen Insel Larak. Nach Angaben von Experten der Schifffahrtszeitschrift „Lloyd’s List“ bezahlten mindestens zwei Schiffe dafür Gebühren.
Die meisten Schiffe, die seit Anfang März durch die vom Iran eigentlich blockierte Straße von Hormus fuhren, stammten aus dem Iran oder hatten Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, China oder Saudi-Arabien. Peking äußerte am Dienstag seinen „Dank“, nachdem drei chinesische Frachter die Meerenge passiert hatten.
13:55 Uhr – Papst Leo XIV. drängt israelischen Präsidenten zu Kriegsende
Papst Leo fordert den israelischen Präsidenten Jitzchak Herzog nach Angaben des Vatikans in einem Telefonat auf, „alle Wege des Dialogs wieder zu öffnen“, um den Krieg im Iran zu beenden. Der Papst, der als scharfer Kritiker des regionalen Konflikts gilt, dringe zudem darauf, Zivilisten zu schützen und die Einhaltung des Völkerrechts sowie des humanitären Völkerrechts zu fördern, teilt der Vatikan weiter mit.
12:35 Uhr – Bericht: Mehr Schiffe passieren Straße von Hormus
Die Zahl der Schiffspassagen durch die Straße von Hormus nimmt zu. Nach einem neuen Bericht der Datenfirma Windward sind am Mittwoch 16 Frachter durch die weitgehend blockierte Meerenge gefahren, am Vortag seien es elf Schiffe gewesen. Die Zahl der Durchfahrten sei drei Tage in Folge gestiegen. Sie beträgt aber noch immer nur einen Bruchteil des Verkehrs vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.
11:37 Uhr – Französisches Containerschiff passiert Straße von Hormus – warum ist unklar
Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM passiert einem Medienbericht zufolge die Straße von Hormus. Wieso das Schiff die eigentlich durch den Iran gesperrte Meerenge durchfahren konnte, bleibe offen, berichtet der Sender BFM TV. CMA CGM war für die Nachrichtenagentur Reuters für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das französische Außenministerium lehnte einen Kommentar ab. Zuletzt gab es Berichte, wonach potenzielle Angreifer Geld für eine sichere Passage von Frachtern durch die Straße von Hormus verlangten.
10:35 Uhr – Entsalzungsanlage in Kuwait beschädigt
In Kuwait ist eine Entsalzungsanlage getroffen worden. Die Attacke habe „erheblichen Schaden“ an einigen Komponenten der Entsalzungsanlage verursacht, teilten die kuwaitischen Behörden mit. Die Anlagen wandeln das salzige Wasser des Persischen Golfs in Trinkwasser für die trockene Region um. Im Fall von Kuwait stammen etwa 90 Prozent des Trinkwassers aus der Meerwasserentsalzung.
09:18 Uhr – Ex-CIA-Chef: Krieg stärkt Hardliner im Iran
Der ehemalige CIA-Direktor William Burns warnt vor den Folgen der US-israelischen Angriffe. Dies sei ein Krieg, den die beiden Staaten aus eigenem Antrieb begonnen hätten und der letztlich möglicherweise nur die Hardliner innerhalb der Islamischen Republik gestärkt habe, sagte Burns in einem Podcast der Zeitschrift „Foreign Affairs“.
„Dies ist ein Regime, das in vielen Dingen unfähig ist, zum Beispiel in der Verwaltung seiner Wirtschaft, aber es ist darauf ausgelegt, sich selbst zu erhalten und sein eigenes Volk zu unterdrücken, und es ist darauf ausgelegt, selbst der Enthauptung seiner Führungsspitze zu widerstehen“, sagte Burns, der unter Ex-Präsident Barack Obama im Vorfeld des Atomabkommens von 2015 heimlich mit den Iranern verhandelt hatte.
08:34 Uhr – Revolutionsgarden behaupten: Abschuss von F-35-Jet
Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge einen Kampfjet vom Typ F-35 abgeschossen. Das Kampfflugzeug sei im zentralen Luftraum durch ein neues fortschrittliches Verteidigungssystem abgeschossen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden. Die USA bestätigten den Abschuss bisher nicht, auch in vergangenen Fällen stellte sich ein angeblicher Abschuss eines F-35-Jets als falsch heraus.
07:34 Uhr – Ölraffinerie in Kuwait von iranischen Drohnen getroffen
Ein iranischer Drohnenangriff hat in einer Ölraffinerie im Golfstaat Kuwait ein Feuer ausgelöst. Feuerwehrleute seien im Einsatz um den Brand an der Anlage Mina al-Ahmadi zu löschen, teilte die staatliche Ölgesellschaft Kuwait Petroleum am Freitag mit. Berichte über Verletzte gebe es keine.
Kuwait betreibt drei Ölraffinerien. Mina al-Ahmadi wurde im Verlauf des Krieges bereits mehrfach angegriffen. Raffinerien sind für Kuwaits Ölförderung von entscheidender Bedeutung, denn ohne sie müssten die Ölquellen stillgelegt werden. Eine Abschaltung und Wiederinbetriebnahme der Raffinerien wäre äußerst zeitaufwendig.
07:20 Uhr – „Es wird noch viel mehr folgen!“ – USA bombardieren größte Autobahnbrücke im Iran
Bei neuen Angriffen auf den Iran ist die größte Brücke des Landes getroffen worden. US-Präsident Donald Trump veröffentlichte in seinem Onlinedienst Truth Social ein Video von der B1-Brücke in Karadsch, in dem zu sehen ist, wie das Bauwerk teilweise einstürzt und dichter Rauch aufsteigt. „Die größte Brücke im Iran stürzt ein, wird nie wieder benutzt werden – es wird noch viel mehr folgen!“, schrieb Trump dazu.
Bei den Angriffen seien acht Menschen getötet und 95 weitere verletzt worden, berichteten das iranische Staatsfernsehen und die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Albors, in der sich die B1-Brücke befindet, Ghodratollah Seif.
Die noch im Bau befindliche B1-Brücke befindet sich rund 35 Kilometer südwestlich von Teheran. Die Brücke galt laut iranischen Medien als die höchste in der Region. Außenminister Abbas Araghtschi reagierte empört. „Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen“, schrieb Araghtschi auf X. Nutzer merken an, dass über die Brücke Revolutionsgarden einfacher in die Hauptstadt verlegt werden könnten.
06:23 Uhr – UN-Sicherheitsrat soll am Freitag über Einsatz von Gewalt in Straße von Hormus abstimmen
Der UN-Sicherheitsrat soll am Freitag über den vom Golfkooperationsrat geforderten Schutz der Straße von Hormus mit Waffengewalt abstimmen. Das verlautete am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. Bahrain hatte einen Resolutionsentwurf vorgelegt, demzufolge „alle notwendigen Mittel“ eingesetzt werden können sollen, um die Fahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.
Die Vetomächte Russland, China und Frankreich äußerten starke Bedenken gegenüber dem von den USA unterstützten Vorschlag. „Der Einsatz von Gewalt kann keinen Frieden bringen“, sagte der chinesische UN-Botschafter Fu Cong vor dem Sicherheitsrat. „Die Mitgliedstaaten zum Einsatz von Gewalt zu ermächtigen, käme einer Legitimierung des rechtswidrigen und wahllosen Einsatzes von Gewalt gleich, was unweigerlich zu einer weiteren Eskalation der Lage und zu schwerwiegenden Folgen führen würde“, fügte er hinzu.
05:11 Uhr – Trump droht mit weiteren Angriffen auf Brücken und Kraftwerke
Trump droht dem Iran mit der weiteren Zerstörung von wichtiger Infrastruktur. „Unsere Streitkräfte, die größten und stärksten der Welt, haben noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig ist. Als nächstes kommen Brücken, dann Kraftwerke“, schreibt der US-Präsident in den sozialen Medien. „Die neue iranische Führung weiß, was getan werden muss, und zwar schnell!“, fügt er hinzu.
04:24 Uhr – Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ verlässt Kroatien
Der größte aktive US-Flugzeugträger, die „USS Gerald R. Ford“, hat den Hafen der kroatischen Stadt Split verlassen. Der Flugzeugträger „bleibt bereit für volle Einsatzaufgaben zur Unterstützung nationaler Ziele in jedem Operationsgebiet“, teilte die 6. Flotte der US-Marine mit. Es war unklar, wohin die „USS Gerald R. Ford“ fuhr.
Im März hatte es einen Brand in einer Wäscherei an Bord des im Iran-Krieg eingesetzten Flugzeugträgers gegeben, woraufhin er für Reparaturen in die Souda-Bucht auf Kreta gebracht wurde. In Kroatien wurden weitere Wartungsarbeiten vorgenommen.
03:55 Uhr – Israelische Armee meldet Raketenangriffe aus dem Iran
Die israelische Armee hat eine neue Welle von Raketen aus dem Iran gemeldet. Es seien Raketen identifiziert worden, „die vom Iran in Richtung des Staatsgebiets Israels abgefeuert wurden“, teilte die israelische Armee mit. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden.
Auch die kuwaitische Armee meldete erneut Angriffe auf den Golfstaat. „Die kuwaitische Luftabwehr reagiert derzeit auf feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen“, erklärte die Armee im Onlinedienst X.
02:44 Uhr – US-Völkerrechtsexperten: Angriffe auf den Iran möglicherweise Kriegsverbrechen
Mehr als 100 Völkerrechtsexperten aus den USA bezeichnen die US-Angriffe auf den Iran in einem offenen Brief als mögliche Kriegsverbrechen. In dem Brief heißt es, das Verhalten der US-Streitkräfte und Äußerungen hochrangiger US-Vertreter gäben Anlass zu „ernsthaften Bedenken hinsichtlich Verstößen gegen das internationale Menschenrecht und das humanitäre Völkerrecht, einschließlich möglicher Kriegsverbrechen“.
Der Brief verweist insbesondere auf eine Äußerung von Präsident Donald Trump von Mitte März, wonach die USA Angriffe auf den Iran „nur zum Spaß“ ausführen könnten. Zudem wird eine Aussage von Verteidigungsminister Pete Hegseth von Anfang März zitiert, wonach die USA nicht mit „dummen Einsatzregeln“ kämpften. Der Brief der Juristen von Elite-Universitäten wie Harvard, Yale und Stanford wurde auf der Webseite der Fachzeitschrift „Just Security“ veröffentlicht.
02:06 Uhr – Hegseth drängt Generalstabschef des US-Heeres zum Rücktritt
Pentagonchef Pete Hegseth hat den Generalstabschef des US-Heeres, Randy George, inmitten des Iran-Krieges zum Rücktritt aufgefordert. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Sean Parnell, mit. George werde sein Amt als 41. Generalstabschef des Heeres mit sofortiger Wirkung niederlegen. Einen Grund teilte das Pentagon nicht mit. Über die Demission Georges hatte der Sender CBS News zuerst berichtet.
Den Posten des ranghöchsten uniformierten Offiziers des Heeres hatte George im August 2023 noch unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden angetreten. In der Regel werden Generalstabchefs der Teilstreitkräfte für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt.
01:01 Uhr – Wadephul besorgt über Trumps Nato-Austrittsdrohung
Außenminister Johann Wadephul zeigt sich angesichts neuer Äußerungen von US-Präsident Trump zu einem möglichen Nato-Austritt beunruhigt. „Natürlich besorgen mich solche Aussagen“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich gab er sich aber zuversichtlich, dass ein solcher Schritt der Amerikaner abzuwenden sei: „Ich denke, dass unser klares Bekenntnis und unser entschiedenes Eintreten für das Bündnis die USA davon überzeugen werden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben.“
US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio hatten gerade erst wieder die Nato-Mitgliedschaft der USA infrage gestellt. Trump sagte etwa der britischen Zeitung „The Telegraph“, es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdacht werden müsse. Trump ist verärgert darüber, dass diverse Nato-Mitglieder den Krieg der USA und Israels gegen den Iran nicht unterstützen.
dpa/AFP/Reuters/jmr/sebe/säd
Source: welt.de