Erschießung von Alex Pretti: An tödlichem Einsatz in Minneapolis beteiligte Beamte wohl suspendiert
Nach der Erschießung des US-Amerikaners Alex Pretti am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis durch US-Bundesbeamte sind erstmals beteiligte Einsatzkräfte disziplinarisch belangt worden. Die Bundesbeamten seien beurlaubt worden, sagte ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten unter anderem die New York Times und die Sender Fox News und CBS News darüber berichtet.
Die New York Times berichtet unter Berufung auf einen
Vertreter des Heimatschutzministeriums, dass die Suspendierung die
beiden Beamten betrifft, die auf Pretti geschossen haben. Es sei unklar,
ob das Heimatschutzministerium auch gegen weitere beteiligte
Einsatzkräfte vorgeht. Demnach sollen die Schützen bereits seit Samstag, dem Tag der Tötung Prettis, beurlaubt sein.
Angaben des US-Grenzschutzchefs Gregory Bovino, wonach
die beiden Schützen ihre Arbeit in den Folgetagen fortgesetzt hätten, wären damit falsch. Bovino wurde inzwischen laut mehreren US-Medienberichten
aus Minneapolis abgezogen, was die Regierung bislang nicht bestätigt
hat.
Offizieller Bericht widerspricht Behauptungen der Regierung
Die Einsatzkräfte hatten am Samstag mehrfach auf Pretti geschossen und ihn getötet. Videoaufnahmen zeigen, dass der 37-Jährige die Beamten anders als von der US-Regierung dargestellt nicht bedroht und eine von ihm mitgeführte Waffe nicht gezückt hatte. Wenige Wochen nachdem ein ICE-Mitarbeiter in Minneapolis Anfang Januar Renée Good am Rande eines Einsatzes erschossen hatte, sorgte die Tötung in den USA und darüber hinaus Empörung.
Am Dienstag veröffentlichte die Grenzschutzbehörde CBP einen Bericht zu dem tödlichen Einsatz, der früheren Angaben der US-Regierung widerspricht. So hatte das Heimatschutzministerium beispielsweise verschwiegen, dass Pretti seine Waffe nicht gezückt hatte. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Pretti die Einsatzkräfte bedroht habe.
Die US-Regierung und Mitarbeiter des Weißen Hauses hatten sich unmittelbar nach den Schüssen hinter die Einsatzkräfte gestellt. Stephen Miller, Vizestabschef des Weißen Hauses und Heimatschutzberater von US-Präsident Donald Trump, bezeichnete Pretti ohne Belege als „Terroristen“. Er und Heimatschutzministerin Kristi Noem stehen derzeit unter Kritik, teils auch aus der Republikanischen Partei.