Erdrutsch im italienischen Niscemi – Sicherheitszone wird ausgeweitet

Gebäude stehen an einer steilen Abbruchkante in Niscemi

Stand: 29.01.2026 16:16 Uhr

Die Stadt Niscemi auf Sizilien rutscht immer weiter ab: Mehr als 1.500 Menschen mussten schon in Sicherheit gebracht werden, ganze Straßenzüge sind gesperrt. Wann sich die Lage entspannt, ist völlig unklar.

Die Lage in der von einem massiven Erdrutsch bedrohten Stadt Niscemi im Süden der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien spitzt sich weiter zu. Die ausgewiesene Sicherheitszone, die von niemandem betreten werden darf, sei ins Zentrum der Kleinstadt ausgeweitet worden, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Fabio Ciciliano, im italienischen Fernsehen. Die Lage vor Ort sei kritisch, es drohten weitere Abbrüche.

In einer Distanz von 150 Metern zur Abbruchkante sind alle Häuser evakuiert worden. Das Gebiet wurde zur sogenannten roten Zone erklärt. Auf Bildern ist zu sehen, wie Wohnhäuser regelrecht am Abgrund stehen. Bei einigen dürfte es nicht lange dauern, bis sie in den Abhang herunterstürzen. Eine insgesamt vier Kilometer lange Front droht abzusinken.

Mehr als 1.500 Menschen in Sicherheit gebracht

Mehr als 1.500 Menschen mussten laut Behörden bereits ihre Häuser verlassen. Viele von ihnen werden wahrscheinlich nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können. Die Behörden stufen die Situation vor Ort als kritisch ein.

„Ich gebe nur eine Zahl, die das Ausmaß veranschaulichen kann. Im Moment sprechen wir von einer Erdrutschmasse von etwa 350 Millionen Kubikmetern“, sagte Ciciliano. Experten zufolge hatte sich die Erde in dem Ort infolge heftiger Regenfälle wie ein Schwamm vollgesogen. Am Wochenende gab der Boden am Rand der Stadt dann nach und sackte ab. Wegen der erwarteten weiteren Regenfälle ist die Gefahr von erneuten Abbrüchen nicht gebannt und die Sorge vor Ort groß.

Notstand in betroffenen Regionen ausgerufen

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte gestern die Stadt Niscemi besucht. Sie war zunächst mit dem Hubschrauber über das Katastrophengebiet geflogen, um sich nach eigenen Worten ein Bild von der Situation zu machen. Anschließend traf sie den sizilianischen Regionalpräsidenten Renato Schifani sowie Beschäftigte der Feuerwehr, des Zivilschutzes und weiterer Gemeindebehörden.

Sizilien war in den vergangenen Tagen von Unwettern mit starken Regenfällen heimgesucht worden. Auch Sardinien und der Süden des italienischen Festlandes waren betroffen. Die Behörden beziffern den Schaden allein für Sizilien auf 1,5 Milliarden Euro. Am Montag rief die Regierung in Rom für die betroffenen Regionen den Unwetternotstand aus.

Es ist nicht das erste Naturereignis dieser Art in der Gegend. 1997 waren bei einem Erdrutsch schon einmal Teile der Stadt Niscemi verschwunden.

Source: tagesschau.de