Er saß 19 Jahren unschuldig hinter Gittern – 61-Jähriger freigesprochen

Fast zwei Jahrzehnte verbrachte Kenneth Windley hinter Gittern für einen Raub, den er nicht begangen hatte. Neue Geständnisse anderer Täter führten nun zu seiner Entlassung.

Ein Mann aus New York, der fast 20 Jahre wegen eines rund 550-Dollar-Raubüberfalls im Gefängnis saß, ist am Montag freigelassen worden. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass sie nun überzeugt sei, dass Kenneth Windley die Tat nicht begangen habe.

„Es hat mich 20 Jahre gekostet, aber sie haben jetzt gesagt, dass sie es korrigiert haben. Also ist das alles, was zählt. Also bin ich damit einverstanden“, sagte der 61-Jährige nach seiner Freilassung in Brooklyn.

Ein Richter hob seine Verurteilung auf und wies den Fall auf Antrag der Staatsanwaltschaft und Windleys Anwälten ab. Neue Beweise, darunter Geständnisse zweier anderer Männer, stützten Windleys langjährige Unschuldsbehauptung.

„Dieser Fall ist ein warnendes Beispiel dafür, wie Dinge auf den ersten Blick so erscheinen können, aber ohne sorgfältige Analyse nicht das sind, was sie vorgeben zu sein“, sagte Bezirksstaatsanwalt Eric Gonzalez.

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Windley war 2005 festgenommen worden, nachdem er für seine Mutter einen gestohlenen Geldschein gekauft hatte. Der Schein stammte aus einem Überfall auf den 70-jährigen Gerald Ross, durch zwei andere Täter. Windley erklärte, er habe den Geldschein von Bekannten gekauft, die ihn als gültig angeboten hätten.

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Ross identifizierte Windley später sowohl in einer Foto – als auch in einer Live –Aufstellung. Trotz seiner Aussage vor der Jury wurde Windley 2007 wegen Raubes verurteilt und wegen früherer Verurteilungen zu 20 Jahren bis lebenslänglich verurteilt. Berufungen blieben erfolglos.

Die beiden geständigen Männer sitzen bereits wegen anderer Raubüberfälle in Haft. Hätten die Geschworenen von deren Vorstrafen gewusst, hätte dies wahrscheinlich Zweifel an Windleys Schuld geweckt, so die Staatsanwaltschaft.

Neue Anklagen wurden nicht erhoben. Die Frist dafür war abgelaufen, und Ross ist inzwischen verstorben. Windley will nun mit seiner Familie feiern: „Ich werde einfach von dort weitermachen“, sagte er.

AP/ceb

Source: welt.de