Epstein-Akten: Grünenchefin fordert Ermittlungen zu Epstein-Affäre in Deutschland

Die Grünenvorsitzende Franziska Brantner hat die Bundesregierung aufgefordert, strafrechtliche Ermittlungen in der Epstein-Affäre zu veranlassen. Brantner verwies in der ZDF-Sendung maybrit illner auf Ermittlungen in Polen oder Großbritannien. Sie könne sich nicht vorstellen, dass in den Epstein-Akten keine deutschen Staatsbürger zu finden seien.

Es gehe auch um die Erpressbarkeit wichtiger Persönlichkeiten, sagte Brantner. „Und das ist eine Frage, die auch unsere Sicherheit betrifft.“ Es sei für Deutschland und Europa sehr wichtig, zu wissen, wer erpressbar sei.

Auch die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hält Ermittlungen zu Verwicklungen des Epstein-Netzwerks in Deutschland und Europa für notwendig. Sie habe keine Beweise, warte aber darauf, „dass das auch in Deutschland aufploppt“. Sie glaube, „dass viele auch in Deutschland jetzt echt Schweiß auf der Stirn haben“, sagte sie.

Ehemaliger Wirtschaftsminister Großbritanniens festgenommen

Am Montag hatte die Polizei in Großbritannien den ehemaligen Wirtschaftsminister und Botschafter Peter Mandelson festgenommen. Gegen ihn wird wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens im Amt ermittelt. Veröffentlichte Akten zum Fall des Sexualstraftäters Epstein hatten eine enge Freundschaft zwischen Mandelson und dem US-Unternehmer nahegelegt. In Polen wurden Ermittlungen gegen zwei namentlich nicht öffentlich genannte Personen aufgenommen, die an einem Ring zur sexuellen Ausbeutung von Frauen und Mädchen beteiligt gewesen sein sollen, den Epstein betrieb.

Ebenfalls in der Sendung zu Gast war die frühere Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Sie beklagte die Zerstörung des Vertrauens in führende Persönlichkeiten durch den Epstein-Skandal. Die Verwicklungen mächtiger Personen in den Skandal führten dazu, dass „jetzt eben alle misstrauisch“ seien. Käßmann erinnerte daran, bei der Aufarbeitung des Skandals die Opfer nicht zu vergessen.