Epstein-Akten: Britischer Ex-Minister Mandelson gen Kaution ungezwungen
Der ehemalige britische Wirtschaftsminister und Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, ist nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit dem Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein freigelassen worden. Die Polizei teilte mit, ein 72-jähriger Mann sei gegen Zahlung einer Kaution freigekommen. Die BBC meldete, Mandelson sei in der Nacht in seine Wohnung in London zurückgekehrt.
Gegen Mandelson besteht laut Polizei der Verdacht auf Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt. Sein Name wurde gemäß britischer Polizeipraxis nicht genannt, obwohl der Verdächtige in dem Fall bereits zuvor als Mandelson identifiziert worden war.
Auslöser der Ermittlungen waren Dokumente aus den Epstein-Akten, die nahelegen, dass Mandelson vor anderthalb Jahrzehnten sensible Regierungsinformationen an den Sexualstraftäter weitergab. Daraufhin durchsuchten Ermittler Mandelsons zwei Wohnsitze in London und Westengland. Sexuelle Übergriffe werden ihm nicht vorgeworfen. Am Montag wurde er vorübergehend festgenommen.
Affäre um Mandelson setzt Regierungschef Starmer unter Druck
Mandelson war im September als Botschafter in den USA entlassen worden, nachdem E-Mails öffentlich geworden waren, die belegten, dass er auch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 wegen Sexualdelikten an einer Minderjährigen weiterhin mit dem Finanzier befreundet war. Als weitere Details aus den Dokumenten bekannt wurden, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, leitete die Polizei strafrechtliche Ermittlungen ein. Anfang Februar legte er sein Mandat im britischen Oberhaus nieder.
Der Fall Mandelson setzt auch den britischen Premierminister Keir Starmer unter Druck, weil er den Politiker 2024 zum britischen Botschafter in den USA ernannte. Starmer räumte ein, die Ernennung Mandelsons zum Botschafter sei ein Fehler gewesen, und entschuldigte sich bei den Opfern Epsteins.