Epstein-Akten: Brasilianerin erhebt neue Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor








Es gibt neue Vorwürfe gegen Ex-Prinz Andrew wegen dessen Verwicklung in den Epstein-Skandal. Nun meldet sich eine Brasilianerin. Auch Donald Trump will sie begegnet sein.

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Eine Zeugenaussage aus den Epstein-Akten wirft erneut Fragen rund um Andrew Mountbatten-Windsor auf. Laut einem Bericht der „Mail on Sunday“ sagte ein brasilianisches Model im Jahr 2020 gegenüber dem FBI über ein Treffen mit dem britischen Ex-Royal im Haus des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein aus.



Die Frau, die heute als Bademode-Designerin in London lebt, schilderte laut der Zeitung, wie sie auf Epsteins Wunsch zunächst Andrew massiert habe. Kurz darauf sei sie von dem inzwischen verstorbenen Finanzier sexuell angegriffen worden. Die Aussagen aus dem FBI-Verhör stammen aus einem Dokument aus den neu veröffentlichten Epstein-Akten.

Demnach habe Andrew nach der Massage zu ihr gesagt, „jetzt bist du dran“, bevor er sie selbst massiert habe – „Rücken, Schultern, Taille und Hände“. Wann sich der Vorfall genau ereignet haben soll, ist laut Bericht unklar. Es wird jedoch angenommen, dass er sich um 2009 oder 2010 zugetragen habe, als die Frau Mitte 30 gewesen sei. Die Brasilianerin erklärte zudem, sie sei über Jahre von Epstein missbraucht worden. Kennengelernt habe sie ihn bereits Ende ihrer Zwanziger, als sie als Studentin in New York lebte.


In dem offiziellen FBI-Protokoll beschreibt sie auch eine Begegnung mit Andrew in Epsteins Haus. Kurz nach ihrer Hochzeit sei sie dort angekommen und habe gesehen, dass „Prinz Andrew in der Küche mit einem anderen Mädchen war“. Weiter heißt es in dem Bericht: „Sie erkannte Prinz Andrew und war ziemlich schockiert, ihn zu sehen. Sie beschrieb das Mädchen als ungefähr Anfang 20 und als jemanden, der gut Englisch sprechen konnte, aber keine US-Amerikanerin war.“ Die Frau schilderte außerdem, Epstein habe sie anschließend angewiesen, Andrew zu massieren, während „Epstein den Raum verließ und mit einer Kamera wieder zurückkam“.

Ist sie die Frau auf den berüchtigten Fotos?

Der Bericht wirft laut der „Mail on Sunday“ auch die Frage auf, ob es sich bei ihr um die Frau handeln könnte, die auf bekannten Fotos mit Andrew zu sehen ist. Darauf ist der Royal zu sehen, wie er sich über eine Person beugt. Details aus der Aussage – etwa der Ort des Geschehens und die Erwähnung einer Massage an der Taille – würden zu den Bildern passen. Die Brasilianerin erklärte den Ermittlern demnach auch, dass alle Beteiligten während der Massagen Kleidung getragen hätten, wie es auch auf den Fotos zu sehen sei. Anschließend habe Epstein sie jedoch in einen anderen Raum gebracht, wo er sie „gegen die Wand drückte und versuchte, ihr Oberteil auszuziehen“.




Ob sich der geschilderte Vorfall auf Andrews einzigen bekannten Besuch in Epsteins Haus in New York im Dezember 2010 bezieht, ist laut dem Bericht unklar. Die „Mail on Sunday“ erklärt jedoch, mehrere Details aus der umfangreichen Aussage der Frau überprüfen zu können. Demnach fand die Zeitung eine E-Mail aus den Epstein-Akten, die die Frau in ihrem FBI-Interview erwähnt habe. Außerdem gebe es weitere E-Mails, die auf einen anhaltenden Kontakt zwischen ihr und Epstein in den 2000er Jahren hindeuten.


Massage auch für Andrew Mountbatten-Windsor

Ein weiteres Dokument aus den erst kürzlich veröffentlichten Akten enthält laut Bericht zudem die Aussage einer anderen Frau aus den USA. Diese habe dem FBI 2020 erzählt, sie habe auf Epsteins Wunsch ebenfalls Massagen für verschiedene Personen gegeben – darunter auch Andrew sowie US-Präsident Donald Trump. Der FBI-Bericht hält fest: „Sie massierte gelegentlich auch andere Menschen … jeweils die damalige Freundin von Epstein, Maxwell … Prinz Andrew (zuletzt im Haus in New York) und Donald Trump (sie massierte seine Füße im Flugzeug von Palm Beach nach New York).“

Die Frau erklärte demnach, sie habe Epstein über einen Zeitraum von sechs Jahren seit Mitte der 1990er Jahre massiert, als sie 29 Jahre alt gewesen sei, und sei mit „etwa 100 Dollar für jede Massage, die sie gab, bezahlt worden“.





Trump hat wiederholt jegliches Fehlverhalten oder Vorwissen über Epsteins Missbrauchsvorwürfe bestritten. Andrew Mountbatten-Windsor reagierte laut Bericht zunächst nicht auf eine Anfrage der Zeitung.

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Source: stern.de