Entwicklung welcher Inflation: Aufpassen aufwärts die Energiepreise!

Jeder macht Fehler. Wichtig ist, den gleichen Fehler nicht zweimal zu machen. Der rasante Anstieg der Spritpreise an der Tankstelle erinnert doch schon sehr an den Beginn des Ukrainekriegs. Wann sonst hat man mal Preise von mehr als zwei Euro an den Anzeigetafeln der Tankstellen gesehen?
Wenn Bundesbankpräsident Joachim Nagel auf der Jahrespressekonferenz der Notenbank den Satz sagt „Im Euroraum herrscht wieder Preisstabilität“, dann schluckt man schon zweimal. Zugegeben: Die Inflationsrate im Euroraum belief sich im Februar auf 1,9 Prozent, nach 1,7 Prozent im Januar. Das ist also sogar unterhalb des Ziels der EZB von zwei Prozent.
Die Geschäftsgrundlage hat sich verändert
Aber seit Februar hat sich eben doch vieles verändert. Es ist nicht vorstellbar, dass der Energiepreissprung keine Auswirkungen auf die Inflation haben wird. Es wäre gut, wenn die Geldpolitik jetzt wieder umschaltet: Die Überlegungen zu einem Unterschreiten des Inflationsziels sollten abgelöst werden durch Achtsamkeit bezüglich eines Überschreitens.
Natürlich: Es ist nicht Aufgabe der Notenbank, einzelne Preise stabil zu halten, auch die nicht die Benzinpreise. Aber die Erfahrung vom Ukrainekrieg war, dass höhere Energiepreise sich doch mit der Zeit stärker ins sonstige Preisgefüge hineinfressen, als manche damals gemeint hatten.
Es sollte nicht wieder passieren, dass die Notenbanker glauben, man müsse durch einen angebotsseitigen Schock einfach hindurchschauen – und am Ende haben wir zehn Prozent Inflation.
Source: faz.net