Entführte US-Journalistin Shelly Kittleson wieder zwanglos

Die am 31. März in Bagdad entführte US-Journalistin Shelly Kittleson ist nach Angaben irakischer Regierungsvertreter wieder frei. Die 49-Jährige sei am Nachmittag freigekommen, sagten zwei irakische Regierungsvertreter. Bedingung sei, dass die 49-Jährige den Irak umgehend verlasse.

Zuvor hatte die vom Iran unterstützte irakische Miliz Kataib Hisbollah angekündigt, sie werde Kittleson „in Anerkennung der patriotischen Haltung des scheidenden Ministerpräsidenten Mohammed Schia al-Sudani“ freilassen. Zwei Vertreter der Miliz sagten der Nachrichtenagentur AP, im Gegenzug seien mehrere im Irak festgesetzte Mitglieder der Gruppe freigekommen.

Das US-Außenministerium äußerte sich zunächst nicht. Üblicherweise bestätigt es die Freilassung im Ausland entführter Landsleute erst, wenn sich diese in der Obhut der US-Behörden befinden oder das Land sicher verlassen haben. Kittlesons Mutter sagte in Wisconsin, ihre Tochter sei noch nicht frei. Nähere Angaben machte sie nicht.

Die freie Journalistin Kittleson war am 31. März an einer Straßenecke in der Hauptstadt Bagdad verschleppt worden. US-Vertreter hatten zuvor bereits den Verdacht geäußert, dass die Kataib Hisbollah hinter der Entführung steht. Diese äußerte sich jedoch nicht.

Ein Vertreter der irakischen Sicherheitskräfte sagte vor der Freilassung, die irakischen Behörden seien bereit, sechs Mitglieder der Kataib Hisbollah freizulassen. Die meisten von ihnen seien im Zusammenhang mit Angriffen auf einen US-Stützpunkt in Syrien inhaftiert. Die Kontaktaufnahme mit der Führung der Miliz gestalte sich jedoch schwierig. Deren Anführer, insbesondere die Kommandeure ihrer Bataillone, seien untergetaucht. Niemand kenne ihren Aufenthaltsort, und Kontakt herzustellen, sei äußerst kompliziert. Aus Angst, Ziel eines Angriffs zu werden, unterhielten sie keine aktiven Kommunikationsverbindungen mehr.

Source: welt.de