Energiepreise: Preise für jedes Öl und Gas steigen nachdem Eskalation in Nahost offensichtlich

Die Öl- und Gaspreise sind infolge der militärischen Eskalation im Nahen Osten deutlich gestiegen. In der Nacht zum Montag legten die Werte für Brent-Öl und Rohöl aus den USA zum Handelsstart um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag zu. Der Preis für Brent-Öl lag zeitweise bei 82,37 US-Dollar je Barrel (159
Liter) und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2024. Für US-Öl wurde zum Handelsbeginn 75,33 Dollar verlangt, der höchste Stand seit Juni 2025.

Im weiteren Handelsverlauf pendelten sich die Preise wieder etwas niedriger ein, lagen aber immer noch knapp acht Prozent höher als zuletzt.

Auch die Gaspreise in Europa zogen spürbar an. Der als Referenzwert geltende niederländische TTF-Gaskontrakt stieg am Montagmorgen um 22 Prozent auf 38,885 Euro pro
Megawattstunde. Damit lag der Wert allerdings noch unter dem Preis vom
Januar, der inmitten einer Kältewelle deutlich angestiegen war.

Nadelöhr Straße von Hormus

Die deutlichen Preisanstiege hängen vor allem mit der Blockade der wichtigen Straße von Hormus durch den Iran zusammen. Der Iran kontrolliert das für die Schifffahrt wichtige Nadelöhr. Die Straße verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen
Meer und dem Indischen Ozean. Ein Fünftel der weltweiten
Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert. Auch
ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) wird
über Hormus abgewickelt. Der Brennstoff stammt hauptsächlich aus Katar.

Die Staaten des Ölverbunds Opec+, in dem neben Staaten der Opec auch
andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, hatten am
Sonntag auf einem planmäßigen Treffen beschlossen, die Tagesproduktion
zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.

Iranische Angriffe auf Ölanlagen und Tanker

Die Lage wird außerdem durch Angriffe des Irans auf Ölanlagen und Tanker weiter verschärft. So wurde in Saudi-Arabien eine Anlage des staatlichen Ölkonzerns Aramco mit
mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen. Die Drohnen
seien abgefangen und zerstört worden, hieß es vom saudischen Verteidigungsministerium. Durch herabfallende Trümmerteile
sei an der Anlage ein Feuer ausgebrochen, Opfer habe es dabei aber nicht
gegeben. Das Energieministerium des Landes teilte mit, einige Teile der Anlage seien als
Vorsichtsmaßnahme vorübergehend geschlossen worden. Es gebe aber keine
Auswirkungen auf die Ölproduktion. Die iranischen Revolutionsgarden teilten ‌zudem mit, ⁠sie hätten
drei Tanker aus den USA ​und Großbritannien im Golf und in der
Straße von Hormus mit Raketen getroffen.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer,
geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall
einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der
Marke von 100 Dollar steigen könnte. „Bliebe der Ölpreis mehrere Monate
so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als
einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel
Prozentpunkte senken“, sagte Krämer.

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