Energiekonzern Uniper zahlt dem Staat Millionen-Dividende
Rund 300 Millionen Euro Dividende will der Energiekonzern Uniper in diesem Jahr zahlen. Das ist vor allem für den deutschen Staat eine gute Nachricht – denn er hält mehr als 99 Prozent der Anteile.
Die Rettung des Energiekonzerns Uniper macht sich für den Bund nun auch finanziell bezahlt. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr seine Gewinnziele erreicht hat, will es erstmals seit vier Jahren wieder eine Dividende zahlen. Man schlage der Hauptversammlung eine Ausschüttung von insgesamt 300 Millionen Euro vor, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Das entspricht einer Dividende von 72 Cent je Aktie.
„Die Möglichkeit, wieder Dividenden zahlen zu können, ist ein Zeichen der finanziellen Stabilität und ein wesentlicher Baustein für die Kapitalmarktfähigkeit von Uniper“, erklärte Uniper-Chef Michael Lewis laut der Mitteilung. Fast die gesamte Dividende wird der Bund erhalten, der derzeit noch mehr als 99 Prozent der Anteile hält. Bis Ende 2028 muss der Staat seine Beteiligung auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren.
Uniper erreicht Ziele
Uniper erreichte seine selbst gesteckten Finanzziele. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 1,1 Milliarden Euro, nach 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn lag 2025 bei 544 Millionen Euro, im Jahr zuvor hatte er noch bei 1,7 Milliarden gelegen. „Beide Ergebniskennzahlen lagen erwartungsgemäß deutlich unter den außergewöhnlich guten Ergebnissen des Vorjahres“, hieß es. Ursache für den schrumpfenden Gewinn sei unter anderem ein Rückgang der Ergebnisbeiträge aus Absicherungsgeschäften gewesen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Das bereinigte Ebitda soll in einer Spanne von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro liegen. Der bereinigte Nettogewinn soll 350 bis 600 Millionen erreichen.
Uniper bekräftigte zudem seine Absicht, bis 2030 rund fünf Milliarden Euro zu investieren „in Versorgungssicherheit, Wachstum und Transformation“. Allein in Deutschland will der Konzern davon mehr als 2,5 Milliarden investieren, vor allem in den Neubau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken an zwei Standorten im Rahmen der Kraftwerksstrategie.
Rettung durch den Staat 2022
Uniper zählt bei Stromerzeugung und Gashandel zu den größten Energieunternehmen Europas. Der Konzern betreibt unter anderem Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und Schweden, ist hierzulande außerdem der größter Betreiber von Gasspeichern.
Uniper war als größter deutscher Gasimporteur 2022 in Schieflage geraten, als Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Gas mehr lieferte. Der deutsche Staat rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen und wurde Mehrheitseigentümer. Im Rahmen des Stabilisierungspakets wurde ein Dividendenverbot vereinbart. Dies hob der Bund Ende 2025 auf.
Source: tagesschau.de