Endlich wieder himmelwärts mit welcher deutschen Wirtschaft?

Container werden auf dem Hamburger Container Terminal Altenwerder umgeschlagen.

Stand: 20.01.2026 17:07 Uhr

Trotz aller politischen Unsicherheiten: In der deutschen Wirtschaft könnte es in diesem Jahr wieder bergauf gehen. Aktuelle Daten schüren einen vorsichtigen Optimismus – auch wenn Risiken bleiben.

Eine positive Überraschung inmitten vieler wirtschaftspolitischer Querelen: Finanzexpertinnen und -experten trauen Deutschland in diesem Jahr wieder mehr zu, das zeigt der Index des Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung – kurz ZEW -, der im Januar überraschend stark gestiegen ist.

Sonja Marten, Chefvolkswirtin der DZ Bank, führt das in erster Linie auf das Investitionsprogramm der Bundesregierung zurück: „Was man hier anerkennen muss ist, dass die Maßnahmen der Regierung in punkto Fiskalpolitik erste Spuren hinterlassen.“ Man habe relativ viel auf den Weg gebracht, was aber geraume Zeit dauere, bis es wirke. „Jetzt sieht man die ersten Früchte. Und das sollte sich im Laufe des Jahres sogar noch verstärken. Für das BIP rechnen wir mit einem Prozent Wachstum.“

Industrie mit wichtigem Signal

Ein wichtiges Signal kommt aus der Industrie: Dort hat sich die Verfügbarkeit von Vorprodukten spürbar verbessert. Lieferketten, die in den vergangenen Jahren durch Corona-Pandemie, Krieg und geopolitische Spannungen gestört waren, funktionieren wieder zuverlässiger.

Für Unternehmen sei das eine ganz wichtige Entwicklung, so Expertin Marten: „Noch wichtiger als die Industrieproduktion ist die Auftragslage. Die Bücher füllen sich endlich wieder, was ganz wichtig für die Planungssicherheit der Firmen ist.“

Unternehmen berichten von insgesamt mehr Bestellungen – dabei gab es auch überdurchschnittlich viele Großaufträge aus dem Inland. Mit dem Auftragspolster seien die Firmen für die kommenden acht Monate ausgelastet, teilte das Bundesamt mit.

Stabilere Preise in Aussicht

Ein gutes Zeichen für Wirtschaft sowie Verbraucherinnen und Verbraucher: Erholung gibt es auch bei den Preisen – die dürften in naher Zukunft weniger stark steigen. Darauf deuten die deutschen Erzeugerpreise hin, die ein Frühindikator für die Inflation im Land sind und im Dezember so stark gefallen sind, wie seit gut anderthalb Jahren nicht mehr.

Die Hersteller gewerblicher Produkte – von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern – verlangten durchschnittlich 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Primär dafür verantwortlich waren geringere Energiekosten.

Viele Zeichen für Trendwende

Viele Zeichen sprechen also für eine Trendwende im Land. Gleichzeitig bleiben einige Risikofaktoren und Herausforderungen bestehen. Gelingt es der deutschen Wirtschaft nicht, darauf Antworten zu finden, sei die Erholung, die sich ankündigt, nur von kurzer Dauer, warnt Carsten Brezeski, Chefvolkswirt der ING Bank.

„Es ist ganz wichtig, dass wir 2026 endlich wieder Wirtschaftswachstum bekommen werden. Aber, wenn das nicht einhergeht mit strukturellen Reformen, und noch wichtiger, mit einem langfristigen Plan, wie die deutsche Wirtschaft und Industrie wieder wettbewerbsfähig werden soll, dann ist es nur ein Strohfeuer von ein bis zwei Jahren.“

Trumps Handelspolitik bleibt Herausforderung

Eine der größten Herausforderungen für deutsche Firmen dürfte US-Präsident Donald Trump mit seiner Handelspolitik bleiben. Auch da gilt es nun Lösungen beziehungsweise Antworten zu finden.

Allein die aktuellen Zoll-Drohungen der US-Regierung belasten die Börsen weltweit und schüren Sorgen, dass sich durch neue, höhere Zölle Absatzchancen weiter verschlechtern. Ein Jahr nach Amtsantritt von Donald Trump trüben diese Perspektiven die gesamtwirtschaftliche Stimmung.

Source: tagesschau.de