Endlich Freitag: Was macht es mit Männern, im Krieg zu sein?
Was es wirklich bedeutet, im Krieg kämpfen zu müssen, warum die AfD so wenig Schaden am Vorwurf der Vetternwirtschaft nimmt – und die Erfolgsstory von Aperol. Das ist der „Freitag“-Blick auf den Tag
Hallo,
es ist wieder von Krieg die Rede, hat mein Kollege Pepe Egger hier gestern geschrieben. Aber, was heißt das eigentlich? Wenn von Krieg „die Rede ist“, geht es oft um geopolitische Fragen. Was Donald Trump mit seinem Angriff auf den Iran bezweckt, zum Beispiel. Oder wie Russland reagiert.
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Diese Fragen sind zweifellos wichtig. Genauso wichtig ist aber die Frage, was Krieg für die Menschen bedeutet, die täglich damit konfrontiert sind. Soldatinnen und Soldaten zum Beispiel. Deswegen haben wir heute die Protokolle ukrainischer Soldaten veröffentlicht, die berichten, was der Krieg mit ihnen macht. Es ist ein Krieg, von dem sich viele fragen, ob er nun in den Hintergrund gerät, angesichts der Lage im Iran.
„Es ist sehr traurig, aber Krieg ist sehr traurig. Er klopft nicht an die Tür, er bricht einfach herein“, sagt zum Beispiel Denys Quebec (29) – Boxer, Scharfschütze, Militärausbilder. Diese Protokolle sind mitunter schwer zu lesen, in ihrer Offenheit und der Deutlichkeit, mit der sie beschreiben, wie die Kämpfe diese Männer verändern. Wir sollten um solche Stimmen wissen, wenn „vom Krieg die Rede ist“.
1. Heute wichtig
2. Made My Day
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➜ Tricia Tuttle will im Amt bleiben. Die Film- und Kinoszene betrachte ich persönlich aus der Sicht des Konsumenten. Aber auch als normaler Kinogänger hat mich die Debatte um die Berlinale und Wolfram Weimers Versuch der politischen Einflussnahme erreicht – und gestört. Ein Kulturstaatsminister, der eine Intendantin absägen will, weil ihm einige politische Äußerungen nicht passen?
Umso mehr freut es mich, dass sich Tricia Tuttle anscheinend nicht unterkriegen lässt und gestern für sich entschieden hat, weiterzumachen. Warum das eine gute Nachricht ist, hat Tuttle selbst auf den Punkt gebracht: Es gehe um das allgemeine Prinzip, dass kulturelle Einrichtungen darauf vertrauen können müssten, innerhalb demokratischer und rechtlicher Rahmenbedingungen agieren zu können.
Was es mit der Debatte auf sich hat, wissen erfahrene Leserinnen und Leser von Endlich Freitag! bereits. Allen anderen sei der Kommentar meiner Kollegin und Filmexpertin Barbara Schweizerhof empfohlen.
3. Kultur-Tipp
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➜ Gut zu sehen: Der Schnee ist weg, die Sonne scheint – Zeit also für die dritte post-winterliche Eskalationsstufe: Die Aperol-Humpen werden gefüllt. Denn kein anderes Getränk steht wohl mehr für die Dolce-Vita-Sehnsucht.
Was dabei oft untergeht, ist die spannende Geschichte der Marke. Die hat das Funk–Format Was kostet die Welt? vergangenes Jahr beleuchtet. In knapp 20 Minuten lernen wir sehr viel über BWL, Marketing und Hype-Dynamiken. Und Italo-Pop-Ohrwürmer für den Rest des Jahres gibt es auch noch dazu. Wenn Sie das Video bald schauen, haben Sie obendrein einen breiten Trivia-Schatz für Smalltalk beim Aperol – versprochen!
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4. Lese-Empfehlung
➜ Warum schadet die „Vetternwirtschaft“-Affäre der AfD nicht viel mehr? Diese Frage beschäftigt mich dieser Tage sehr. Mein Anstands-Empfinden ist von den Überkreuz-Anstellungen der AfD-Politiker zumindest erheblich gestört. Von einem Einbruch bei den Zustimmungswerten kann trotzdem nicht die Rede sein. Mein Kollege Velten Schäfer hat drei Thesen, warum das so ist.
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Als er zur zweiten Kandidatur anlief, hat Donald Trump ja diesen denkwürdigen Satz gesagt: Er könne sich mitten auf die Straße stellen und jemanden erschießen – und würde dennoch nicht an Unterstützung verlieren. Man kann darüber streiten, inwieweit das für den 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika tatsächlich gilt: Einerseits sind seine Umfragewerte derzeit nun wirklich nicht gut. Doch andererseits ist seine Bilanz wohl objektiv von einer Art, dass man noch Drastischeres erwarten könnte als – laut Economist – 39 Prozent überwiegend Zufriedene und fünf Prozent ohne eindeutige Meinung.
Mit dem Blick auf die deutsche AfD kann man Ähnliches sagen: Die Rechtspartei hat sich schon vor den jetzigen Enthüllungen über Familienmitglieder von AfD-Leuten, die „über Kreuz“ bei anderen AfD-Leuten angestellt sind, über Jahre als wahre Skandalnudel gezeigt. Trotz aller „Professionalisierung“ sind dort allerlei Flügel- und Machtkämpfe, Schlammschlachten, Tumult-Parteitage, heimtückische Presse-Leaks und andere Dinge üblich, die der Partei eigentlich massiv schaden müssten.
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Das war’s für heute. Ich wünsche Ihnen einen schönen restlichen Tag – und heute Abend vielleicht den ersten Aperol Spritz. Oder sind Sie Team
Sanbittèr? Wie auch immer – der Feierabend kommt auf jeden Fall.
Viele Grüße,
Ihr
Benjamin Knödler
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