Endlich Freitag: Teilzeit, Schnee und Holocaust-Gedenktag
Die Bundesregierung hat genug von Teilzeit, wir empfehlen fünf Bücher, um den Kapitalismus zu verstehen und in Robert Menasses Essay lesen Sie, welche Lehren wir aus unserem Holocaust-Gedenken ziehen können. Der „Freitag“-Blick auf den Tag
Hallo,
auch von mir nochmals herzlich willkommen zu unserem neuen Newsletter Endlich Freitag! Ich bin Alina Saha, Gender-Redakteurin, Teil des Online-Teams und schreibe ab heute die Dienstagsausgabe des Newsletters.
Newsletter Endlich Freitag
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Wahrscheinlich lesen Sie diesen Text gerade in Ihrer Mittagspause, kurz bevor es wieder an die Arbeit geht. Noch gibt es eine verpflichtende Mittagspause – aber wer weiß, ob die CDU sich diese nach Krankheitstagen und Teilzeit als Nächstes vorknöpft. Denn die Diskussionen um Arbeit und Leistung der letzten Tage gehen natürlich auch in der Redaktion weiter, denn sie zeigen vor allem eins: Die Union greift die Rechte von Arbeitnehmer:innen an.
Wer noch ein Beispiel braucht: Nur wer Vollzeit arbeitet, soll Teilen der CDU zufolge in Zukunft beispielsweise Anspruch auf Wohngeld haben. Dahinter steht nicht nur ein Abbau der Sozialsysteme, sondern eine Haltung, wonach Bürger:innen primär dazu da sind, zu arbeiten.
Könnten wir statt Angriffen auf unsere Lebenszeit bitte die Debatte über die 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich zurückbringen? Erfahrene Freitag-Leser:innen wissen, dass das sehr gut funktionieren kann!
1. Heute wichtig
2. Made My Day
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➜ Schnee in Berlin! Als ich heute Morgen die Vorhänge zur Seite zog, glitzerte wieder einmal der Schnee in der Straße. Auch wenn ich unseren Umwelt-Redakteur Nick Reimer dabei im Ohr habe, wie er sagt, dass dies an dem Punkt in der Klimakrise, an dem wir uns befinden, ein schlechtes und kein gutes Zeichen mehr ist, genieße ich diesen verschneiten Winter in vollen Zügen. Denn irgendwie bringt er immer etwas Ruhe und Verlangsamung in den Tag.
3. Kultur-Tipp
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➜ Gut zu sehen: Das Minsk Kunsthaus in Potsdam zeigt noch bis Anfang Februar eine Ausstellung über das Leben im ostdeutschen Plattenbau. In Installationen, Gemälden und Fotos wird der Plattenbau hier nicht nur als Wohnraum, sondern als soziale Utopie und Projektionsfläche verhandelt. Auf jeden Fall einen Besuch wert! Sollten Sie es nicht schaffen, unser Kollege Frank Schirrmeister hat sich die Ausstellung angesehen.
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4. Lese-Empfehlung
➜ Befreiung von Auschwitz: Während wie jedes Jahr am 27. Januar der Opfer der Schoa gedacht wird, breiten sich neue faschistische Strömungen in Europa aus. Für Robert Menasse gibt es hier einen Zusammenhang: Das ritualisierte Erinnern und die Singularität des Holocausts, verhindern, dass wir den heutigen Faschismus als solchen erkennen und ihm entsprechend entgegentreten.
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Das wissen wir aus der Schule: Wenn wir etwas lernen, müssen wir nach einer gewissen Zeit die Lektion wiederholen. Dies führt nicht unbedingt dazu, dass wir das Gelernte besser verstehen, sondern nur, dass wir lernen, das Geforderte wiederholen zu können. In diesem Sinn ist die Geschichte eine Lehrerin. Sie erteilt Lektionen, wir lernen, aber wir zeigen, wenn wir das Gelernte brav wiederholen, dass wir vieles und oft Grundsätzliches nicht verstanden haben.
Ich schrieb „wir“, ich meine mich selbst mit. Ich kann so vieles, das ich „von der Geschichte“ gelernt habe, nicht verstehen, vor allem verstehe ich nicht, wie ähnlich sich lange Vergangenes, nicht so lange Vergangenes und Gegenwärtiges immer wieder sein können.
Feedback
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Und wie halten Sie es mit der Arbeitszeit? Ich freue mich, wenn wir dazu ins Gespräch kommen – per Mail an a.saha@freitag.de
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieser Ausgabe. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und dass Sie, sofern bei Ihnen auch Schnee liegt, Zeit finden, den vielleicht letzten Schneemann dieses Jahr zu bauen.
Viele Grüße,
Ihre Alina Saha
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Und wie halten Sie es mit der Arbeitszeit? Ich freue mich, wenn wir dazu ins Gespräch kommen – per Mail an a.saha@freitag.de