Endlich Freitag: Aprilscherze, KI in Hollywood und dieser Charme von Ryan Gosling
Wo die KI noch zu wünschen übrig lässt: beim Witze-Erfinden. Aprilscherze beherrscht sie noch nicht, und der besondere Charme eines Ryan Gosling ist auch nur schwer zu replizieren. Der „Freitag“-Blick auf den Tag.
Hallo,
der zweite April ist der beste Tag, weil man sich gegenseitig erzählen kann, welchem Aprilscherz man gestern aufgesessen ist oder doch fast aufgesessen wäre. Die Taz hat mit ihrer Scherzmeldung „Kulturstaatsminister will Bayreuth den Stecker ziehen“ einige hinters Licht geführt. wie man so sagt. Der Text parodiert auf köstliche Weise die letzten Verlautbarungen aus Weimers Behörde.
Dabei ist nicht alles schlecht, was der Kulturstaatsminister gerade so verantwortet. Meine Kollegin Ulrike Baureithel fasst die jüngsten Konflikteum die Ausrichtung der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zusammen, wo ein Führungsstreit noch einmal zum Besseren gewendet wurde.
Gute Aprilscherze erfinden, das kann die KI noch nicht. Ich probiere es immer wieder aus und „prompte“ Claude und Co. um einen schönen Witz. Die Ergebnisse sind zum Weinen. Weshalb das Szenario, das Lisa Kudrow in ihrer Serie The Comebackentwirft, noch wenig realistisch scheint, auch wenn sich in Hollywood alle davor fürchten, dass demnächst die KI das Schreiben übernimmt.
Besonders großartig an The Comeback ist dabei, dass KI nicht nur als der große Schrecken an die Wand gemalt wird, sondern, vielleicht noch erschreckender, auch als Erlösung von Problemen, die sich zwischen Menschen in der Zusammenarbeit am Set so ergeben.
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1. Heute wichtig
2. Made My Day
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➜ Eiscreme-Sandwich: Gibt es einen anderen Kinostar außer Ryan Gosling, mit dem man es zweieinhalb Stunden lang allein im All aushalten würde? Machen Sie die Probe, Der Astronaut – Project Hail Mary ist der große Kinohit dieser Tage, und obwohl auch Sandra Hüller (in Flashbacks) mitspielt, ist es ganz Goslings gewinnende Ausstrahlung, die einen bei der Stange hält. Eine exquisite Kostprobe seines Charmes demonstrierte er zuletzt in Stephen Colberts Talk-Show, wo er auf die Frage nach dem „besten Sandwich“ ohne zu zögern das Eiscreme-Sandwich benannte. Beste Antwort ever.
3. Kultur-Tipp
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➜ Gut zu sehen: Was macht den Reiz aus von Filmen und Serien, die in irgendeiner Art von Post-Apokalypse, nach der Klimakatastrophe, nach dem Atomschlag spielen? Es ist ja keineswegs so, dass da geschildert wird, wie gut die Menschen damit zurecht kommen.
In der Disney+-Serie Paradise wähnte sich mal wieder ein kleiner Teil der Menschheit in Sicherheit, weil ein sinistrer Verbund aus Milliardären und US-Regierung rechtzeitig einen Bunker bauen ließ. Die erste Staffel zeigte, dass das Paradies natürlich Illusion war. Die zweite Staffel ist noch besser, weil sie den Blick weitet auf Vorgeschichte und Außenwelt.
Besonders toll sind zwei Folgen, in denen es jeweils um das Überleben in den Jahren nach der Katastrophe geht – und, anders als im Genre üblich, Menschen weiterhin größtenteils human und solidarisch handeln. Trotzdem passieren natürlich schlimme Dinge; es ist ein Thriller. Ostern ist die beste Gelegenheit, die acht Folgen zu bingen.
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4. Lese-Empfehlung
➜ Wie hätte ein gemeinsamer Film von Alexander Kluge und Andrei Tarkowski wohl ausgesehen? Wolfgang Hottner hat den in der vergangenen Woche verstorbenen Kluge persönlich gekannt, hat ihn über Jahre immer wieder besucht, sich bei ihm beraten und mit ihm diskutiert.
Der Beitrag, den er für uns geschrieben hat, ist kein gewöhnlicher Nachruf, sondern weckt die lebendige Erinnerung an einen Denker und Filmemacher, der sich für ALLES interessierte und ungeheure Kreativität gerade im Abschweifen entwickelte. In keinem anderen Text habe ich den Mann, den ich mit Mladen Gladic zusammen 2020 interviewen durfte, so gut wiedererkannt.
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Beim ersten Treffen im Januar 2010 hat er eigentlich keine Zeit. Für wen ich das Interview überhaupt führen würde. Nur 15 Minuten, länger hätte er eh nicht. Es ist bereits sechs Uhr abends, Alexander Kluge hat, wie jeden Tag, den ganzen Tag gearbeitet. Das Interview war im Grunde genommen für mich eine Privatsache – die Studentenzeitschrift, in der es dann erschien, nur ein Vorwand, um Kluge persönlich zu treffen.
Wir sitzen am Küchentisch, er beantwortet die ersten Fragen geduldig, stellt aber bald klar: Interviews gebe er nicht, er führe Gespräche. Und da ich trotz Tausender gesichteter dctp-Videos nicht sicher bin, was das praktisch heißt, führt er mich durch das folgende (doch sehr lange) Gespräch.
Das wär’s für heute. Auf X habe ich gelernt, dass „Frohe Ostern!“ zu wünschen frühestens am Sonntag angebracht sei. Schließlich darf am morgigen Karfreitag auch Monty Pythons fröhlicher Das Leben des Brian(„Always look on the bright side of life!“) nicht gezeigt werden, von wegen „stiller Feiertag“. Gegen „Schöne Feiertage“ ist aber hoffentlich nichts einzuwenden. Karfreitag und Ostermontag pausiert unser Newsletter. Am Dienstag wird meine Kollegin Alina Saha den Faden wieder aufnehmen.
Viele Grüße,
Ihre Barbara Schweizerhof
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