Empfang in Washington, D. Kohlenstoff.: Treffen sich ein Weltfußballer, ein Kronprinz und ein Möchtegernkönig
Nun, ich weiß nicht, was Cristiano Ronaldo,
Donald Trump und Mohammed bin Salman vergangene Woche in Washington miteinander geredet
haben. Aber der Anblick der Drei im Weißen Haus war eine interessante Momentaufnahme
des Sports als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
Beginnen wir mit dem saudischen Kronprinzen,
kurz MBS genannt. Er ist der faktische Machthaber des Königreichs, das er gerade
einer fulminanten wirtschaftlichen und sozialen Transformation unterzieht. Noch
lebt das Land überwiegend von seinen Öleinnahmen, aber die werden nicht ewig
fließen. Also lässt MBS Milliarden Dollar in Tourismus, grüne Energien,
Dienstleistung und Sport investieren. Allein zwischen 2021 und 2023 hat
Saudi-Arabien nach Angaben von Sebastian Sons, einem ausgewiesenen Experten für
die Golfmonarchien, über sechs Milliarden Dollar in über 900 Sponsorenverträge
investiert. Neben Ronaldo hat das Königreich
auch den Premier-League-Club Newcastle United eingekauft und wird – vorläufiges Highlight – die Fußball-WM 2034 ausrichten.