Eingewanderte Arten: Nadelameise ist gefährlich – ebendiese Tierarten sind neu für uns






Manche sind niedlich, andere können dem Menschen gefährlich werden. In Deutschland leben viele Tierarten, die aus anderen Regionen der Welt stammen. Ein Überblick.

Die unliebsame Waschbären-WG auf dem Dachboden oder die Schleimspur der Spanischen Wegschnecke im verwüsteten Salatbeet: Beide Phänomene haben eines gemeinsam. „Übeltäter“ sind in beiden Fällen sogenannte invasive Arten. Das sind Tiere, die natürlicherweise nicht in Deutschland vorkommen, hier aber hervorragende Lebensbedingungen vorfinden – und nicht selten die heimischen Ökosysteme durcheinanderbringen.



Manche dieser „eingeschleppten“ Tiere verdrängen heimische Arten – etwa, weil sie mit ihnen um Nahrung oder Lebensraum konkurrieren und dabei erfolgreicher sind. Oder ganz simpel: weil sie einheimische Tiere fressen. Andere fügen sich problemlos in das neue Ökosystem ein.

Nadelameise kann dem Menschen gefährlich werden

Aktuell macht eine für Menschen unangenehme Art in Deutschland Schlagzeilen: In einem Stuttgarter Stadtpark wurde jüngst eine neue eingeschleppte Ameisenart entdeckt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag berichtete. Deren Stich kann demnach zu allergischen und damit lebensgefährlichen Schocks führen. Laut der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Frankfurt) und der Stuttgarter Universität Hohenheim ist es der erste gesicherte Nachweis einer Asiatischen Nadelameise in Deutschland. 


Ebenfalls alles andere als niedlich ist eine andere eingewanderte Art, die bereits vor einiger Zeit hierzulande für Aufsehen sorgte: Riesen-Zecken: Immer wieder werden vereinzelte Exemplare der Hyalomma-Zecke in Deutschland nachgewiesen, großflächig verbreitet ist sie bei uns bisher jedoch nicht. Ganz im Gegensatz zur italienischen Provinz Triest, wo sich diese potenziellen Krankheitsüberträger bereits fest angesiedelt haben.

Invasive Arten können zum Problem für heimische Ökosysteme werden

Manche neu eingeschleppte Arten – beispielsweise Insekten – können giftig sein oder Ernten bedrohen und stellen damit ein gewaltiges Problem dar. Es gibt weltweit Programme, die den Umgang mit invasiven Arten regeln, beispielsweise auf Ebene der Europäischen Union und auch innerhalb Deutschlands.




Dass Tierarten aus ihren angestammten Gebieten abwandern, ist kein neues Phänomen. Wahrscheinlich ist es so alt wie die Evolution selbst, schon in der Steinzeit verbreiteten sich Tiere über ihre angestammten Heimatgebiete hinaus.


Mit Beginn der Frühen Neuzeit und nachdem Christoph Kolumbus 1492 das erste Mal zum amerikanischen Kontinent segelte, beschleunigte sich die Verbreitung invasiver Arten auf der ganzen Welt. Menschen nahmen auf ihren Wanderbewegungen in großem Stil Tiere mit – ob bewusst als Haus- und Nutztiere oder unbewusst als „blinde Passagiere“ an Schiffen oder Autoreifen.

In Deutschland und Europa gibt es vermutlich Zehntausende Tiere, die man als invasive Arten bezeichnen könnte. Unsere Fotostrecke ist eine kleine Auswahl und zeigt ein paar der markantesten Beispiele.


Source: stern.de