Eine Nacht im Flugzeug – 123 Passagiere stranden in Lufthansa-Maschine
Statt eines planmäßigen Abflugs mussten Passagiere eines Lufthansa-Flugs nach Kopenhagen die Nacht in einem Airbus auf dem Vorfeld des Münchner Flughafens verbringen. Der Flug wurde gestrichen – Busse zum Terminal gab es nicht.
Passagiere des Lufthansa-Flugs LH2446 von München nach Kopenhagen haben die Nacht zum Freitag unfreiwillig an Bord eines Flugzeuges verbracht. Der für 21.30 Uhr geplante Flug wurde nach mehreren Verzögerungen gestrichen, wie aus Flugdaten hervorgeht.
Die Reisenden befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Flugzeug, das von einem abgelegenen Standplatz starten sollte. Die Crew informierte die Passagiere regelmäßig über Versuche, Busse zu organisieren, um sie zurück ins Terminal zu bringen, wie die dänische Boulevardzeitung „Ekstra Bladet“ berichtet. Eine Lösung wurde jedoch nicht gefunden.
Gegen 2 Uhr morgens teilte die Besatzung demnach mit, dass der Flughafen geschlossen sei und keine Busfahrer mehr zur Verfügung stünden. Die 123 Fluggäste mussten daher die Nacht im Flugzeug verbringen.
Besonders belastend war die Situation wegen der engen Kurzstrecken-Bestuhlung. Decken oder Kissen standen nicht zur Verfügung, auch Essen und Getränke waren nur begrenzt vorhanden. Erst in den frühen Morgenstunden wurden die Passagiere zum Terminal gebracht und auf andere Flüge umgebucht.
Ein dänischer Familienvater schilderte später gegenüber „Ekstra Bladet“ seine Frustration. Man habe sich von der Fluggesellschaft und vom Flughafen im Stich gelassen gefühlt. Nach mehr als 24 Stunden Reisezeit habe es weder ausreichende Verpflegung noch klare Informationen gegeben. Auch die Crew habe ratlos gewirkt.
Lufthansa „bedauert die Unannehmlichkeiten“
Lufthansa erklärte auf Anfrage der dänischen Boulevardzeitung, dass es aufgrund der Witterungsbedingungen „zu vorübergehenden Sperrungen der Start- und Landebahnen sowie zu erheblichen Verzögerungen bei den Enteisungsmaßnahme“ gekommen sei. Das Flugzeug habe deshalb auf Anweisung des Flughafens auf dem Vorfeld bleiben müssen. Die Airline bedauerte die Unannehmlichkeiten.
jra
Source: welt.de