„Ein einfacher Unfall“ von Jafar Panahi: Märtyrer im Mehrtürer
Sie haben die Nase voll, das Leben ist unbezahlbar geworden: Zehntausende Iraner sind vergangene Woche auf die Straße gegangen, erst demonstrierten die Händler in Teheran gegen horrend gestiegene Preise, später die Studierenden an mehr als zehn Universitäten. Wie immer im Iran sind solche Proteste zugleich ein Schrei nach Freiheit und Würde, nach einem anderen Leben. Dieser Traum fällt nicht vom Himmel, er wurde schon vorgeträumt, zum Beispiel im Werk des Regisseurs Jafar Panahi. Viele seiner Filme, für die er Hauptpreise auf den europäischen Filmfestivals gewann, handeln von der Sehnsucht nach Selbstbestimmung; lustvoll, mit Witz und Hinterlist proben seine Figuren die Revolte (Offside) oder feiern die Kraft der freien Rede (Taxi Teheran). Panahis Figuren spüren, wie sich Freiheit anfühlt: Freiheit macht sie lebendig.