Ein Angreifer getötet: Schüsse vor israelischem Konsulat in Istanbul
Nach Schüssen vor dem israelischen Konsulat in Istanbul hat das türkische Innenministerium die Angreifer identifiziert. Bei den Schützen soll es sich laut dem Ministerium um Yunus E. und die Brüder Unur und Enes Ç. handeln. E., der bei dem Schusswechsel am Dienstag getötet wurde, soll Verbindungen zu einer Terrororganisation gehabt haben.
Die beiden Brüder, von denen einer wegen Drogenbesitz vorbestraft sei, seien verletzt worden und würden von der Polizei vernommen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ermittelt. Die drei Männer sollen aus der benachbarten Provinz Kocaeli mit einem Mietwagen nach Istanbul gekommen sein.
Zuvor hatte Istanbuls Gouverneur Davut Gül gesagt, ein Angreifer sei getötet und zwei weitere seien verletzt worden. Demnach wurden bei dem Angriff auch zwei Polizisten leicht verletzt. Zunächst hatten Medien berichtet, zwei Angreifer seien getötet worden.
Erdoğan spricht von „abscheulichem Terrorakt“
Es handele sich um eine „Provokation“, sagte Gül, ohne Details zu nennen. Die Hintergründe des Angriffs würden untersucht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezeichnete den Vorfall als „abscheulichen Terrorakt“.
Der Vorfall ereignete sich direkt vor einem Hochhaus im Finanzviertel Istanbuls, in dem die diplomatische Vertretung untergebracht ist.
Dem Sender CNN Türk zufolge hätten die Männer versucht, in das siebte Stockwerk des Gebäudes zu gelangen. Auf Bildern waren Einsatzkräfte vor dem Konsulatsgebäude im Stadtteil Levent zu sehen.
Konsulat war nicht besetzt
Auf Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur Reuters war zu sehen, wie Polizisten ihre Waffen zogen und in Deckung gingen. Der Schusswechsel dauerte mindestens zehn Minuten an.
Weiteres Material zeigte einen mutmaßlichen Angreifer, der sich zwischen geparkten weißen Polizeibussen bewegte. Er feuerte über mehrere Minuten hinweg mit einem Schnellfeuergewehr und einer Handfeuerwaffe.
Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums teilte mit, das Konsulat sei zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht besetzt gewesen. Israel hatte nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Beginn des Gazakriegs aus Sicherheitsgründen alle Diplomaten aus der Türkei abgezogen.
Das israelische Außenministerium teilte später in einem Post auf der Plattform X mit, man verurteilte „den heutigen Terroranschlag auf das israelische Konsulat in Istanbul aufs Schärfste“.
Zudem hieß es: „Wir schätzen die schnelle Reaktion der türkischen Sicherheitskräfte, die diesen Anschlag vereitelt haben.“ Israelische Vertretungen weltweit seien „unzähligen Drohungen und Terroranschlägen ausgesetzt“, lautete die Reaktion weiter. „Terror wird uns nicht einschüchtern.“
Source: faz.net