Ehemaliger Bundesfinanzminister: Ex-Freie Demokratische Partei-Chef Christian Lindner wird Manager in dieser Autobranche

Der Ex-Finanzminister und frühere FDP-Chef Christian Lindner wechselt als Manager in die Automobilbranche. Ab Januar wird er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG, wie das Unternehmen mitteilte. „Dass es die Autobranche ist, wird niemanden überraschen, der meine persönlichen Leidenschaften kennt“, schrieb Lindner auf Facebook über seine neuen Karrierepläne. Er wolle dort arbeiten, wo das Herz der deutschen Wirtschaft schlage.

Autoland AG ist nach eigenen Angaben der größte markenunabhängige Automobilhandelskonzern Deutschlands. Die Firma beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an über 30 Standorten. Die Firmenzentrale liegt in Sandersdorf-Brehna in Sachsen-Anhalt.

Firmengründer Wilfried Wilhelm Anclam sagte laut einer Mitteilung, mit Lindner werde man den Bekanntheitsgrad der Firma deutlich steigern. Lindner sei einer der profiliertesten Verfechter der individuellen Mobilität.

Lindner strebt noch weitere Posten an

Der Job bei Autoland ist aber nicht der einzige Posten, den Lindner in Zukunft ausüben will. „Neben meinem beruflichen Schwerpunkt bei der Autoland AG engagiere ich mich noch als Aufsichtsrat und Advisor für Unternehmen und Stiftungen, deren Menschen, Themen und Visionen mich inspirieren“, teilte Lindner mit, ohne Details zu nennen.

Seit 2015 müssen Mitglieder der Bundesregierung nach ihrem Ausscheiden
eine Karenzzeit abwarten, bevor sie neue Beschäftigungen annehmen. Das
soll Interessenkonflikten vorbeugen. Das Bundeskabinett hatte bereits im Oktober über Genehmigungen befunden, die wegen Lindners Karenzzeit nötig waren. So zieht der 46-Jährige unter anderem als unabhängiges Mitglied in das Shareholder-Board des digitalen Personaldienstleisters Stepstone Group ein, einer gemeinsamen Beteiligung des Private-Equity-Fonds KKR und der Axel Springer SE. Aus Lindners Umfeld war bekannt geworden, dass er Genehmigungen für dieses und weitere Mandate beantragt hatte.

Lindner war mit dem Ende der Ampelkoalition aus der Bundesregierung
ausgeschieden. Nachdem die FDP bei der folgenden Bundestagswahl mit 4,3 Prozent am
Wiedereinzug ins Parlament gescheitert war, hatte Lindner seinen Rückzug aus der Politik erklärt.