Dutzende Hisbollah-Streiter tot: Israels Armee rückt im Südlibanon vor

Dutzende Hisbollah-Kämpfer totIsraels Armee rückt im Südlibanon vor

14.03.2026, 23:07 Uhr

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Ein israelischer Luftschlag zerstörte eine Brücke über den Litani-Fluss. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die israelische Bodenoffensive im Libanon nimmt Fahrt auf. Nach Angaben der israelischen Armee sterben Dutzende Hisbollah-Kämpfer. Weil die Regierung in Beirut die Miliz nicht entwaffnet, plant Israel die Einnahme des Gebietes südlich des Litani-Flusses.

Israelische Bodentruppen haben bei Kämpfen im Südlibanon einem Bericht der Zeitung „Times of Israel“ zufolge Dutzende Milizionäre der irantreuen Hisbollah getötet. Das Verteidigungsministerium in Tel Aviv bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Die Einsätze hätten bereits vergangene Woche in der Region von Rab El Thalathine westlich der israelisch besetzten Golanhöhen begonnen. In dem Ort sollten militärische Anlagen der Hisbollah zerstört und Bewaffnete der Miliz vertrieben werden, schrieb die Zeitung.

Die Armee bestätigte zudem, dass das Nordkommando seine Vorbereitungen fortsetze, um in der kommenden Woche zusätzliche Truppen aufzunehmen. Es gehe unter anderem um die 98. Division mit zwei Kampfbrigaden und zusätzlichen Pionierbataillonen sowie um die Golani-Brigade.

Nach Darstellung des Nachrichtenportals „Axios“ will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.

Hisbollah-Chef: Existenzieller Kampf

Die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon hatte Israel zuvor mit einer „langen Konfrontation“ gedroht. „Wir haben uns auf eine lange Konfrontation eingestellt“, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem in einer Fernsehansprache. Die Israelis müssten mit „Überraschungen auf dem Schlachtfeld“ rechnen, warnte der Hisbollah-Chef, während er von einem „existenziellen Kampf“ sprach.

Israels Verteidigungsminister drohte dem Libanon mit weiteren Angriffen auf die Infrastruktur des Landes. Die bisherigen Angriffe seien „erst der Anfang“, sagte Verteidigungsminister Israel Katz bei einem Treffen mit der Armeeführung. Bereits in der Nacht zu Freitag hatte die israelische Armee eine Brücke über den Litani-Fluss zerstört. Die Brücke sei von Kämpfern der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz genutzt worden, um Waffen in den Südlibanon zu bringen, sagte Katz. „Die libanesische Regierung und der libanesische Staat werden einen immer höheren Preis in Form von Schäden an der Infrastruktur zahlen, die von Hisbollah-Terroristen“ für Angriffe auf Israel genutzt werde. Sollte die Regierung in Beirut ihrer Verpflichtung zur Entwaffnung der Hisbollah nicht nachkommen, werde Israel auch die Kontrolle über libanesische Gebiete übernehmen.

Die Entwaffnung der Hisbollah ist Teil der Vereinbarungen zur Waffenruhe, die Israel und die pro-iranische Miliz im November 2024 vereinbart hatten. Die libanesische Armee hatte im Januar erklärt, die erste Phase der Hisbollah-Entwaffnung abgeschlossen zu haben, die das Gebiet vom Litani-Fluss bis hinunter zur israelischen Grenze betrifft. Nach dem Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah erneut.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

Source: n-tv.de