Dubai: Angriffe in Golfregion sorgen zu Händen schwere Störungen im Flugverkehr
Die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran sowie die iranischen Gegenangriffe führen zu einer der schwersten Störungen des weltweiten Flugverkehrs
seit Jahren. Wichtige Flughäfen im Nahen Osten und der Golfregion, darunter
das internationale Drehkreuz Dubai, sind geschlossen. An dem Flughafen werden normalerweise mehr als tausend Flüge pro Tag abgewickelt. Auch an den Flughäfen von Abu Dhabi und Kuwait gibt es keine Starts oder Landungen.
Die Flughafenbetreiber in Dubai forderten Passagiere auf, nicht zu den Flughäfen zu
kommen. Am Hamad International Airport in Doha sind die Flugsteige
nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters fast leer, während gestrandete
Passagiere Schlange standen, um Hotelzimmer zu organisieren.
„Massiver logistischer Albtraum“
„Die Ausmaße dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm.
Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der
Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können“,
sagte der britische Luftfahrtanalyst John Strickland mit Blick auf die Schließung der Flughäfen Dubai und Doha.
Dubai
International ist gemessen am Passagieraufkommen inzwischen der
größte internationale Flughafen der Welt. „Crews,
Flugzeuge und Passagiere sind auf der ganzen Welt gestrandet“,
sagte ein Insider einer Airline am Golf der Nachrichtenagentur Reuters. „Es ist ein massiver
logistischer Albtraum.“
Israelische Regierungsmaschine offenbar in Berlin
Am Flughafen BER gibt es derzeit weder Abflüge noch Ankünfte aus Ländern der Region. Das betreffe die Ziele Tel Aviv, Dubai, Dschidda und Doha, sagte ein BER-Sprecher.
Die Fluggesellschaften hätten alle Verbindungen bis mindestens
Montagvormittag abgesagt.
Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa beobachtete, dass Israels Staatsflugzeug offenbar am BER auf einem Rollfeld stationiert wurde. Nach Daten des Luftverkehrsportals Flightradar war die Maschine am
frühen Samstagnachmittag Ortszeit in Israel
gestartet und kreiste stundenlang über dem Mittelmeer, bevor sie
nach Deutschland flog und am Abend am BER landete.
Der Flughafen äußerte sich auf
Anfrage nicht, auch die israelische
Botschaft reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Bei
früheren Konflikten war die Maschine laut israelischen Medienberichten
zum Schutz vor Raketenangriffen ebenfalls außer Landes gebracht worden.
Lufthansa streicht Flüge nach Nahost und in Golfstaaten
Alle Airlines der Lufthansa Group
setzen ihre Flüge in den Nahen Osten zunächst bis zum 8. März
aus. Dies betrifft die Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut,
Amman, Erbil, Dammam und Teheran, wie die Fluggesellschaft
mitteilte. Flüge
von und nach Dubai und Abu Dhabi werden demnach bis
einschließlich 4. März ausgesetzt. Zudem soll der Luftraum der
Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4.
März nicht genutzt werden, die Lufträume Israel, Libanon,
Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran bis einschließlich 8. März.
Auch Gesellschaften wie
British
Airways, ITA Airways, Norwegian, Finnair, Air Algérie, Air India,
Pakistan International, Air France, Turkish Airlines und Swiss teilten Ausfälle mit.
Tausende Flüge gestrichen und verspätet
Laut dem Luftverkehrsportal FlightAware waren bis zum Samstagnachmittag mehr als 12.500 Flüge verspätet; mehr
als 1.400 Flüge wurden annulliert. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen
Flughäfen mehr als 3.400 Flüge gestrichen – darunter in Dubai, Abu Dhabi
und Doha.
Zahlreiche Länder hatten als Reaktion auf die Luftangriffe in der Region
ihren Luftraum geschlossen, darunter der Iran, der Irak, Kuwait,
Israel und Bahrain.